Höfe, Heuerlinge, Landmaschinen und Störche Studiengesellschaft Emsländische Geschichte tagt in Spelle

Bei einer Besichtigung im Krone-Museum sprach Walter Krone (Mitte) über die Entwicklung des Unternehmens von der Schmiede bis zum Exporteur von Landmaschinen. Foto: Christof HaverkampBei einer Besichtigung im Krone-Museum sprach Walter Krone (Mitte) über die Entwicklung des Unternehmens von der Schmiede bis zum Exporteur von Landmaschinen. Foto: Christof Haverkamp

Spelle. Hofgeschichte, ländliches Wohnen und Landmaschinen: Darum drehte sich die 28. Tagung „Emsländische Geschichte“. Fast 60 Teilnehmer begrüßten dazu Paul Thoben als Vorsitzender der Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte und der Unternehmer Bernhard Krone in Spelle im Hotel Krone.

"Schon Frühmittelalter, um 890, wurden die ältesten Höfe in Schapen einem der größten Kirchspiele im Emsland, verzeichnet." Darauf verwies Andreas Eiynck, Leiter des Emslandmuseums Lingen, im Vortrag über „Abtfreie und Hörige, Tödden und Heuerleute““ zur Höfe- und Sozialgeschichte Schapens.  Diese Höfe gehörten zur Abtei Werden an der Ruhr (heute Essen). Der Oberhof in Schapen bildete im Mittelalter die Verwaltungszentrale der Abtei Werden im Emsland und wurde lange von der Adelsfamilie von Langen verwaltet. 

„Unter dem Krummstab ist gut leben“ - diese Redewendung traf laut Eiynck auch für Schapen zu. Die Bauern hätten unter dem Abt von Werden mehr Rechte gehabt als jene Bauern, die dem Grafen von Tecklenburg oder dem Bischof von Münster Abgaben leisten mussten. Der Hof Groteschulte war oberster Holzrichter in der Region. Das Holzgericht habe auf dem Wöhlehof in Spelle unter einer Linde getagt.

Die Tödden in Schapen hätten im Dorf und an der alten Handelsstraße von Osnabrück in die Niederlande gewohnt, erklärte Eiynck. Die Töddenfamilien, entstanden aus nachgeborenen Bauernsöhnen, hätten im Unterschied zu den Heuerlingen selbst Haus und Grund gehabt.

Nur Adel erforscht

Bernd Robben aus Emsbüren-Gleesen kritisierte in seinem Vortrag, es bestehe ein krasses Missverhältnis in der Erforschung des Adels und der besitzlosen Landbevölkerung, zu der es kaum Literatur gebe. Robben zeigte anhand von Bildern die prekäre Lage der Menschen, die in beengten Wohnverhältnissen lebten – zum Teil in Häusern ohne Schornstein, in denen es feucht und kalt war und das Strohdach fast in jedem Winter wegwehte. „Wenn jemand starb, wurde auf dem Sargdeckel gegessen“, nannte er ein Beispiel für den geringen Platz.

Walter Krone führte die Tagungsgäste durch das Krone-Museum, das die Entwicklung der Maschinen in der Landtechnik und die Entwicklung des 110 Jahre alten Unternehmens Krone von einer kleinen Schmiede bis zum Hersteller zeigt, der heute seine Maschinen in alle Welt exportiert.

„Der Storch hat durchweg ein positives Image“, sagte der Naturfotograf Andreas Schüring aus Werlte-Wieste in seinem Bilder-Vortrag. Die Teilnehmer erfuhren, dass ein Storch bis zu 700 Regenwürmer am Tag frisst, bei längeren Regenperioden vom Tod bedroht ist und die Zahl der Störche seit einigen Jahren deutlich wieder zunimmt.


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