Konzert mit "Saxophoria" in Spelle Lünner Alphornbläser zeigen enorme Präzision

Von Peter Müller

Eine überzeugende Leistung zeigten die Alphornbläser aus Lünne bei ihrem Konzert in Spelle.Eine überzeugende Leistung zeigten die Alphornbläser aus Lünne bei ihrem Konzert in Spelle.

Spelle. Ein Konzert der besonderen Art fand am Wochenende in der Kirche St. Vitus in Spelle-Venhaus statt. Das Saxofonensemble „Saxophoria“ nahm die Zuhörer zusammen mit den „Alphornbläsern Lünne 2“ mit auf eine spannende Zeitreise durch die Musikgeschichte.


Das Saxofon

Das Saxophon ist eines der jungen Instrumente der Musikgeschichte. Der belgische Klarinettist Adolphe Sax, Sohn eines Klarinettenbauers, ließ es sich erst 1842 patentieren. Sein Ziel war es, ein Instrument zu schaffen, das mehr Lautstärke entwickeln konnte als die Klarinetteninstrumente und damit auch für Freiluftmusiken geeignet war. In seinem Zeitgenossen Hector Berlioz fand er einen Komponisten, der das Instrument ab da in seinen Partituren verwendete. Später wurde es vor allem in der Jazzmusik bekannt.


An der Musikschule Rheine gibt es auf Initiative des dortigen Lehrers Lothar Eirmbter bereits seit zehn Jahren ein Saxofonensemble mit dem Namen „Saxophoria“, das aus ehemaligen und aktuellen Schülern sowie Kollegen besteht, die fast alle Preisträger bei „Jugend musiziert“ waren bzw. sind. Die aktuelle zehnköpfige Besetzung gestaltete nun im reizvollen Ensemble der Wasserburg Venhaus ein beeindruckendes einstündiges Konzert.

Beeindruckender Auftritt in Spelle-Venhaus: Das Ensemble Saxophoria. Foto: Peter Müller


Die sechsköpfige Alphornbläsergruppe Lünne 2 begrüßte die 60 Zuhörer klangvoll mit einigen kurzen Stücken aus ihrem Repertoire,  unter anderem mit „Am Lünner See“. Die Saxophonisten griffen die naheliegende Thematik mit einem fünfsätzigen Arrangement aus Händels „Wassermusik“ auf. Bereits die festlich-strahlende Ouverture mit ihren akzentreichen Rhythmen zeigte eine enorme Präzision des Ensembles, das aber neben voluminösem Klang auch zu berührenden Echowirkungen fähig ist.

Eine weitere Bearbeitung aus der Barockzeit, der erste Satz von Bach’s „Italienischem Konzert“, wurde schwungvoll von einem Quartett dargeboten. Dvorak’s „Slawischer Tanz“ Nr. 8 erklang im symphonischen Sound. 

Auf dem Programm stand auch das früheste Originalwerk für Saxofonquartett, das „Premier Quatuor“ von J. B. Singelée sowie ein interessantes „Klezmer Triptych“ von Mike Curtis. Die große Besetzung strahlte noch im Orchestersound in „Palladio“ von Carl Jenkins, verzauberte mit Walzerseligkeit (Second Waltz von Dimitri Schostakowitsch) und entließ das Publikum mit „Blow the Tango“ des Berliner Jazzmusikers Friedhelm Schönfeld beschwingt in den regnerischen Sommerabend. 


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