"Auf jährlich 20 begrenzen" Wird Verkauf von Bauplätzen in Spelle eingeschränkt?

In den neu ausgewiesenen Baugebieten in Spelle sind schon fast alle Bauplätze verkauft. Das Foto zeigt den aktuellen Bauabschnitt im Baugebiet "Westlich der Umgehungsstraße." Foto: Klemens GrolleIn den neu ausgewiesenen Baugebieten in Spelle sind schon fast alle Bauplätze verkauft. Das Foto zeigt den aktuellen Bauabschnitt im Baugebiet "Westlich der Umgehungsstraße." Foto: Klemens Grolle
Klemens Grolle

Spelle. Die Fraktionen des Unabhängigen Bürgerforums (UBS) und der SPD im Rat der Gemeinde Spelle haben den Antrag gestellt, den Verkauf von Baugrundstücken ab dem Jahr 2020 auf 20 zu beschränken.

Darüber soll am kommenden Donnerstag um 18 Uhr im Rathaus in öffentlicher Sitzung des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses beraten werden. Hintergrund der Initiative ist laut Pressemitteilung der enorme Flächenverbrauch in den letzten Jahren und die geplante Erstellung einer neuen Handlungskonzeption zur Erzeugung von Wohnraum bei geringem Flächenverbrauch. Dazu gehört auch die Schaffung von bezahlbarem Mietwohnraum.

Unter den zehn größten Flächenausweisern liege laut Aussage des niedersächsischen Innenministers Boris  Pistorius (SPD) im Grundstücksmarktbericht unter anderem der Landkreis Emsland. Clemens Grolle (UBS): "Versiegelte Flächen schaden Böden und begünstigen Hochwasser. Das hat Auswirkungen auf die Umwelt, das Klima und trägt zum Artensterben bei. Zusätzlich müssen für Bau- und Gewerbegebiete, aus gutem Grund, Ersatzflächen ausgewiesen werden. Dies erhöht zusätzlich den Druck auf die landwirtschaftlich genutzten Flächen."

In zehn Jahren 407 Baugrundstücke ausgewiesen

Dies gilt nach seinen Worten auch für die Gemeinde Spelle. "Neben etlichen Flächen, die von privaten Investoren vermarktet wurden, sind in Spelle laut Auskunft der Verwaltung allein in den letzten zehn Jahren 34,5 Hektar für Baugebiete mit 407 Baugrundstücken und 54,8 Hektar für Gewerbegebiete ausgewiesen worden. Dies war die Grundlage für die bisherige positive Entwicklung der Gemeinde."

Dem UBS und der SPD ist laut Presseerklärung bewusst, dass der Erhalt von Arbeitsplätzen und die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde als Basis für die Zukunft erhalten bleiben müssen. Gute Zukunftsaussichten beinhalten aber nach deren Darstellung auch den Erhalt der Umwelt und eine optimale Nutzung der begrenzten Flächen. "Dafür ist die Erstellung zukunftsweisender Handlungskonzepte zur Entwicklung der Wohn- und Lebenssituation notwendig", sagte Grolle. Er verwies darauf, dass auf Initiative des UBS und der SPD dafür 50.000 Euro in den aktuellen Haushalt eingestellt worden. Diese Handlungskonzepte sollen mit allen Fraktionen im Rat und der  gewählten Verwaltungschefin Maria Lindemann angegangen werden.

Sparsamen Umgang mit Flächen angemahnt

Es wird einiges an Zeit vergehen bis diese Konzepte erstellt, diskutiert und verabschiedet sind. Während dieser Zeit sollte mit den vorhandenen Baugebieten sparsam umgegangen werden. Deshalb haben die Fraktionen des UBS und der SPD den Antrag gestellt ab 2020 pro Jahr nur 20 Bauplätze zu verkaufen. Das ist etwas mehr als die Hälfte der bisherigen durchschnittlichen Verkäufe pro Jahr. Mit der Verabschiedung der neuen Handlungskonzeption zum Wohnungsbau in Spelle könne diese Zahl dann entsprechend neu abgestimmt werden.


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