Wettbewerb statt Verbot CDU Spelle will für Steingarten-Problem sensibilisieren

Foto: Gert WestdörpFoto: Gert Westdörp

Spelle. Dialog mit Bürgern und Prämierung von schönen Vorgärten statt Verbote: So lautet das Vorhaben der CDU-Fraktion in Spelle in Bezug auf Steingärten. Die Christdemokraten wollen das nun eigenen Angaben zufolge im Gemeinderat anstoßen.

Auch in Spelle entstehen immer mehr „versteinerte Vorgärten“, heißt es in einer Pressemitteilung der CDU. Diese seien "teilweise optisch sehr schön", hätten mit Natur im Garten nicht mehr viel zu tun. Die Christdemokraten wollen deshalb das Bewusstsein für die Problematik bei Bürgern schaffen. Man wolle für bunte Vorgärten werben und sensibilisieren, betonte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jonas Roosmann. Als erste Maßnahme möchte die CDU in den nächsten Ratssitzungen eine Prämierung von  schönen Vorgärten diskutieren.

Jonas Roosmann (CDU). Foto: Ludger Jungeblut


Nicht zur Debatte steht für die CDU aber ein Verbot geschotterter oder verplatteter Vorgärten, wie Roosmann unterstreicht: „Wir werden den Eigentumsbesitzern nicht vorschreiben, wie sie ihre Vorgärten anzulegen haben, aber wir wollen in einem ersten Schritt sensibilisieren und gegebenenfalls durch weitere Maßnahmen gegensteuern.“  Schotterwüsten hätten negative Auswirkungen auf die Ökologie, das Klima und den Wasserhaushalt. Deshalb könnten in den weiteren Schritten die Gestaltungsvorschriften in künftigen Bebauungsplänen so festlegt werden, dass der Vorgarten zu begrünen ist und nicht versiegelt werden darf.

Bürgermeister Andreas Wenninghoff. Foto: Ludger Jungeblut


Ausnahmen sollten nur für Stellplatz-, Carport- und Garagenzufahrten sowie Zugangswege gelten. „Das Aufstellen der Bebauungspläne ist das eine, das andere ist die Kontrolle der Maßnahmen. Eine Kontrolle aller Vorgaben ist schwer praktikabel,“ meint Spelles Bürgermeister Andreas Wenninghoff (CDU). Man setze auf die Eigenverantwortlichkeit der Bürger.

Zur Sensibilisierung für das Thema schwebt der CDU ein Wettbewerb vor: Die schönsten Vorgärten sollen in zwei Kategorien prämiert werden – einmal für Siedlungen, die älter als zehn Jahre sind, und für solche, die jünger sind. „Wir wissen, dass dies nur ein kleiner erster Schritt ist, aber wir wollen diesen Weg langfristig bestreiten,“ erläuterte Roosmann.

Kontrolle ist schwierig

Die Gemeinde Wietmarschen hat sich, als die Vorgartengestaltung in Grau Überhand zu nehmen drohten, für eine Versiegelungsquote entschieden. Steingärten zählen in Wietmarschen zur versiegelten Fläche. Wer dort mehr als die erlaubten 60 Prozent seiner Grundstücksfläche überbaut, muss künftig mit Konsequenzen rechnen. „Die Kontrolle der Grundstücksflächen ist die herausfordernde Aufgabe. Hier müssen wir uns auf den Weg machen und praktikable Lösungen finden“, meint Roosmann, zugleich Abgeordneter im Kreistag. Er hält es laut Mitteilung für den besseren Weg, „Eigentümer zu motivieren, einen Garten zu begrünen“.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN