Bewährungsstrafe für zwei Männer Freude an der Cannabis-Plantage währt nicht lange

Das Landgericht Osnabrück hat zwei niederländische Staatsbürger zu Bewährungsstrafen verurteilt. Foto: Ludger JungeblutDas Landgericht Osnabrück hat zwei niederländische Staatsbürger zu Bewährungsstrafen verurteilt. Foto: Ludger Jungeblut

Osnabrück . Mit Bewährungsstrafen für die beiden Angeklagten ist der Prozess wegen des Betriebs einer Cannabis-Plantage mit 814 Pflanzen in einem Haus in einer Gemeinde im südlichen Emsland abgeschlossen worden. Die beiden Niederländer hatten sich im Auftrag des Betreibers um die Pflege gekümmert und sich der Beihilfe schuldig gemacht.

Das  Urteil ist rechtskräftig. Die beiden 49 und 44 Jahre alten Angeklagten sind mit einem blauen Auge aus der Sache herausgekommen. Nachweislich waren nicht sie es, die für den Betrieb der Plantage verantwortlich waren, sondern ein bis heute in seiner Heimat untergetauchter Landsmann. Dieser hatte 2017 ein Einfamilienhaus in dem Ort unter dem Vorwand angemietet, dort im Keller Motorräder optisch aufmotzen zu wollen. 

Kräftezehrende Aktion

In Wirklichkeit aber legte er dort eine Cannabis-Plantage an. Im Mai des folgenden Jahres hatte er in seinem Heimatland eine einmonatige Haftstrafe abzusitzen gehabt, weshalb er seinen 49-Jährigen Bekannten bat, die Plantage während seiner Haftzeit zu versorgen. Dafür sollten 1500 Euro gezahlt werden, von denen der Angeklagte 500 Euro als Vorschuss erhielt. Nach zweimaliger Anwesenheit war diesem die Sache kräftemäßig über den Kopf gewachsen, weshalb er Verstärkung in Gestalt seines 44-jährigen Mitangeklagten erhalten hatte.

Energieversorger um 8000 Euro geprellt

Doch bereits beim ersten Mal, als dieser sich in dem Haus in Schapen aufgehalten hatte, war die Sache auch schon gelaufen. Von der Vermieterin und aufmerksamen Nachbarn informiert, war die Polizei auf dem Grundstück erschienen und hatte die beiden verhaftet. Das Summen der Ventilatoren und der Betrieb der Lampen hatte die illegalen Plantagenbetreiber verraten. Die Polizei stellte anschließend 814 Pflanzen in verschiedenen Wachstumsphasen sicher mit einem Gesamtgewicht von 10,4 Kilogramm Marihuana. Außerdem waren dem Energieversorger etwa 8000 Euro durch das Überbrücken des Stromzählers entzogen worden.

Weichdrogen kamen nicht in Umlauf

Die Strafkammer am Landgericht verurteilte den Älteren jetzt zu einer Haftzeit von einem Jahr und neun Monaten, seinen Mitangeklagten zu neun Monaten. Beide Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Ausschlaggebend dafür war das voll umfängliche Geständnis der beiden. Ins Gewicht fiel auch ihre bisherige strafrechtliche Unbescholtenheit sowie die Tatsache, dass die Weichdrogen nicht in den Umlauf gebracht werden konnten. Das höhere Strafmaß für den 49-Jährigen erklärte das Gericht mit dessen Wissen um die Art der Arbeit, zu der er sich hatte engagieren lassen, und dass er 500 Euro erhalten hatte. Der andere Angeklagte war erst auf der Fahrt nach Schapen von seinem Kumpan darüber eingeweiht worden, dass es zur Arbeit in eine Cannabis-Plantage ging.


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