Nach 37 Jahren Tätigkeit Paul Graé als Geschäftsführer der RWG Emsland-Süd verabschiedet

Johannes Freundlieb (links), Verbandsdirektor des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems, zeichnete Paul Graé bei dessen Verabschiedung als Geschäftsführer der RWG Emsland-Süd mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Raiffeisenverbandes aus. Foto: Wilfried RoggendorfJohannes Freundlieb (links), Verbandsdirektor des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems, zeichnete Paul Graé bei dessen Verabschiedung als Geschäftsführer der RWG Emsland-Süd mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Raiffeisenverbandes aus. Foto: Wilfried Roggendorf

Spelle. Nach 37 Jahren ist Paul Graé am Mittwoch als Geschäftsführer der Raiffeisen-Warengenossenschaft (RWG) Emsland-Süd in den Ruhestand verabschiedet worden. Bei der Veranstaltung im Hotel Krone in Spelle erhielt Graé die Goldene Ehrennadel des Deutschen Raiffeisenverbandes.

Rund 100 Gäste aus dem Genossenschaftswesen, Geschäftspartner und Mitarbeiter der RWG Emsland-Süd waren der Einladung zu der Abschiedsfeier gefolgt. RWG-Aufsichtsratsvorsitzender Martin Hackmann betonte in seiner Begrüßung, dass Graé oft unbequeme neue Wege gegangen sei und dabei im positiven Sinne tiefe Spuren in der Genossenschaft hinterlassen habe.

Genossenschaftliches Multitalent 

Vorstandsvorsitzender Bernhard Warburg erinnerte an die Expansion der RWG Emsland-Süd, verschiedene Fusionen und den Aufbau neuer Geschäftsfelder. "Wer sich durch dieses Aufgaben-Dickicht erfolgreich navigiert, muss schon ein genossenschaftliches Multitalent sein", lobte Warburg den scheidenden Geschäftsführer.

Konstruktive Zusammenarbeit 

Der Verbandsdirektor des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems, Johannes Freundlieb, erklärte, dass die zunehmende Größe der RWG und die Veränderung der rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen Herausforderungen gewesen seien. Diese habe Graé nie als Belastung empfunden, sondern wegweisende Entscheidungen getroffen. Freundlieb lobte die konstruktive Zusammenarbeit mit Graé: "Es gab immer klare Ansagen. Wir mussten nicht immer dreimal über eine Sache reden." Für seine Verdienste um das Genossenschaftswesen überreichte Freundlieb Graé die Goldene Ehrennadel des Deutschen Raiffeisenverbandes.

Kritischer Geist und Förderer

Agravis-Bereichsleiter Philipp Spinne zitierte einen nicht namentlich benannten Mitarbeiter von Graé, der ihm einmal einen Rat gegeben habe: "Bei Paul Graé musst du zuhören, denn von ihm kannst du lernen." Graé habe stets versucht, die genossenschaftliche Organisation aktiv zu entwickeln. "Bleiben sie ein kritischer Geist und Förderer der Agravis", forderte er Graé zu weiterer ehrenamtlicher Tätigkeit auf.

Veränderung mtgestaltet

Für die Kollegen der benachbarten Genossenschaften sprach Günter Lonnemann von der Raiffeisen-Agrar Ankum. Das Bild der Landwirtschaft und damit der Genossenschaften habe sich in den letzten Jahren stark verändert. "Diese Veränderung hast du mitgestaltet", sagte Lonnemann über seinen langjährigen Geschäftsführerkollegen Graé.

Ökonomischer Weitblick

Graés Nachfolger Hermann Schartmann erklärte, mit der Verabschiedung Graés gehe eine durch Expansion geprägte Ära zu Ende. "Dank deines ökonomischen Weitblicks warst du den sich verändernden Anforderungen stets ein Schritt voraus", sagte Schartmann. Graé sei ein Garant für Fairness, Konstanz und Erfolg gewesen. In Reimen plauderten die RWG-Mitarbeiterinnen Dorothee Dahl und Petra Wöhle so einiges aus den 13.454 Tagen Graés als Geschäftsführer aus. Ein Autounfall blieb dabei ebenso nicht unerwähnt wie die kulinarischen Vorlieben des Geschäftsführers.

Keinen Tag bereut

Der 65-jährige Graé erklärte, er wisse noch nicht, ob ihn sein Ausscheiden mit Freude oder Erleichterung erfülle. "Aber ich habe es keinen Tag bereut, unserer Genossenschaft die Treue gehalten zu haben." Er habe gelernt, dass der Chef die "Klimaanlage" im Unternehmen sei. Das Betriebsklima hänge vom Chef ab. Die Mitarbeiter seien das wichtigste Gut der RWG Emsland-Süd. "Man muss als Chef nicht jeden Fehler selber machen, sondern auch den Mitarbeitern die Chance dazu geben. Denn mit Verantwortung wachsen sie oft über sich hinaus", lobte Graé seine Mitarbeiter.

Graé hatte auf Abschiedsgeschenke verzichtet und stattdessen Spenden für die Speller Tafel erbeten. "Ich danke allen für ihre großzügige Spende", sagte Graé, der sich nun darauf freut, mehr Zeit für die Familie und sein großes Hobby, die Jagd, zu haben. Musikalisch sehr einfühlsam gestaltet wurde Graés Verabschiedung von der Spellerin Viktoria Hofmann am Flügel.








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