Seit 40 Jahren unterwegs In Heitel klopft der Nikolaus an jede Tür

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Pferde statt Rentiere: Im Lünner Ortsteil Heitel fahren der Heilige Nikolaus und sein fleißiger Gehilfe Knecht Ruprecht mit einer besinnlich leuchtenden Kutsche seit nunmehr 40 Jahren zu den Kindern und ihren Familien.  Foto: Anne BremenkampPferde statt Rentiere: Im Lünner Ortsteil Heitel fahren der Heilige Nikolaus und sein fleißiger Gehilfe Knecht Ruprecht mit einer besinnlich leuchtenden Kutsche seit nunmehr 40 Jahren zu den Kindern und ihren Familien.  Foto: Anne Bremenkamp

Lünne Nicht Rentiere, sondern Pferde ziehen im Lünner Ortsteil Heitel seit 40 Jahren die leuchtende Kutsche des Heiligen Nikolaus und seines fleißigen Gehilfen Knecht Ruprecht durch die dunkle Nacht.

Die beiden Gesellen, ihr Kutscher und viele helfende Hände im Hintergrund haben am Nikolaustag immer einen großen Sack voll zu tun, um die Heiteler Kinder und deren Familien mit ihrem ehrenamtlichen und wertvollen Hausbesuch zu beglücken.

Eine Herzensangelegenheit

Die Dunkelheit senkt sich schon über Heitel, als Nikolaus alias Stefan Ester und Knecht Ruprecht alias Hermann Noe kostümiert auf dem Hof von Heinz Bembom eintreffen. Der spannt bereits seine beiden Haflinger vor die mit Lichterketten geschmückte Kutsche. Seit etwa zehn Jahren kutschiert Bembom den Heiligen Mann und seinen Gesellen, das ist ihm Ehrensache und Herzensangelegenheit zugleich. Die Heiteler Kinder warten immer schon sehnsuchtsvoll auf das Gespann, das neben süß gepackten Tüten auch die gefürchtete Rute im Gepäck, aber natürlich nie im Gebrauch hat.

Der Weinkorken-Trick

Bevor Stefan Ester und Hermann Noe die Jobs als Nikolaus und Knecht Ruprecht übernommen haben, war auch Franz-Josef Schulte jahrelang in beiden Rollen abwechselnd aktiv. Während er zuschaut, wie sich der Knecht Ruprecht seine schwarze Maske über den Kopf zieht, erinnert er sich lachend an einen Trick aus seiner Bundeswehrzeit. Der wurde über viele Jahre auch in Heitel angewandt, um ein typisch emsländisches Antlitz pechschwarz zu bekommen: „Wir haben früher einen Weinkorken in eine Flamme gehalten und uns damit das Gesicht eingerieben. Leider ging die Farbe erst nach endlosem Schrubben wieder ab.“

Der doppelte Nikolaus

Mit einem Schmunzeln denkt Franz-Josef Schulte auch gerne an einen Moment zurück, als er in seiner Rolle als Nikolaus zu Gast auf der Generalversammlung der Landjugend in Lünne war und bei seiner Rückkehr plötzlich seinem in Heitel ebenfalls unterwegs gewesenen Ebenbild gegenüberstand. So manches Mal in den vergangenen vier Jahrzehnten war ein Heiteler Nikolaus irgendwann aber auch nicht mehr standfest, denn besonders früher wurde dem Heiligen Mann in jedem der von ihm besuchten Häuser das ein oder andere Schnäpschen zu viel serviert.

Nadel und Faden für würdiges Gewand

Gut gewandet war der Rauschbart aber dennoch immer, denn auf Initiative des Schützenvereins St. Hubertus Heitel haben Maria Bruns, Maria Ester, Anni Giesken und Monika Hüsing beherzt zu Nadel und Faden gegriffen und so dem Nikolaus stets ein würdiges Outfit beschert. Zu einem gemütlichen Abschluss trifft sich das Heiteler Nikolaus-Team in der örtlichen Jagdhütte, wo es natürlich viel zu erzählen gibt von geschmückten Stuben, strahlenden Kinderaugen und vielen fleißig eingeübten und freudig vorgetragenen Gedichten und Liedern.

Und so manch weggezogener Heiteler kommt mit seinen Kindern am 6. Dezember regelmäßig heim zu Oma und Opa, weil der Nikolaus da noch persönlich an die Türe klopft.


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