"Bürger in Angst" Protest in Schapen gegen geplante Biogasanlage auf Frerener Gebiet

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Massive Kritik wird in Schapen an einer geplanten Biogasanlage auf benachbartem Frerener Gebiet geübt. Symbolbild: Nicolas Armer/dpaMassive Kritik wird in Schapen an einer geplanten Biogasanlage auf benachbartem Frerener Gebiet geübt. Symbolbild: Nicolas Armer/dpa

Schapen. Die Samtgemeinde Spelle, die Gemeinde Schapen und die im Landwirtschaftlichen Ortsverein Schapen organisierten Landwirte laufen Sturm gegen Planungen zum Bau einer Biogasanlage auf benachbartem Frerener Gebiet. Darauf haben der Schapener Bürgermeister Karlheinz Schöttmer und weitere Kritiker in einem Gespräch mit unserer Redaktion im Gemeindehaus Schapen verwiesen.

Darauf haben der Schapener Bürgermeister Karlheinz Schöttmer und weitere Kritiker in einem Gespräch mit unserer Redaktion im Gemeindehaus Schapen verwiesen. Neben Schöttmer nahmen an der Gesprächsrunde teil:  Marcel Schöttmer (Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Schapen), Johannes Griese (CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat Schapen), Gerhard Wintering (Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins), sein Vorstandskollege Matthias Everinghoff sowie die Anlieger Heinz Exler und Andreas Schmit. „Die Schapener haben Angst vor dieser Anlage“, erklärte der Bürgermeister und fügte hinzu: „Unsere Bemühungen, Schapen zum Beispiel durch Neubaugebiete weiter zu entwickeln, werden schwer in Mitleidenschaft gezogen.“

Grenze zur Gemeinde Schapen nur etwa 100 Meter entfernt

Wie berichtet, hatte der Frerener Stadtrat in einer Sitzung Ende Oktober das Projekt, das in einem Waldstück an der Straße zwischen Freren und Schapen entstehen soll, positiv bewertet, was in der Nachbarkommune auf völliges Unverständnis stößt. Die Gemeindegrenze  ist nur etwa 100 Meter entfernt. Derzeit ist ein Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz anhängig. Genehmigungsbehörde ist das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg. Am Dienstag fand im Rahmen des Verfahrens ein Erörterungstermin in Freren statt.

Breiten Widerstand gibt es in Schapen gegen die geplante Biogasanlage auf Frerener Gebiet. Von links: Matthias Everinghoff, Marcel Schöttmer, Johannes Griese, Gerhard Wintering, Heinz Exler, Andreas Schmit und Karlheinz Schöttmer. Foto: Ludger Jungeblut

Nach Angaben von Karlheinz Schöttmer beabsichtigt die PEP GmbH & Co. KG mit Sitz in Hannover, eine Erhöhung der ursprünglich geplanten Eingangsmengen von bisher 49,5 Tonnen pro Tag auf 100 Tonnen pro Tag sowie eine Erweiterung des Annahmekatalogs um Hühnertrockenkot und Gülle (bisher genehmigt: organische Abfälle aus der Lebensmittelindustrie und tierische Nebenproduukte).

 In einer Stellungnahme der Samtgemeinde Spelle und der Gemeinde Schapen an das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg heißt es: „Die Verwendung von Schlachtabfällen, die bei Herkunft aus der Seuchenbekämpfung mit Keimen und Bakterien belastet und kontaminiert sind, birgt die Gefahr, dass Krankheitserreger freigesetzt werden und sich auf andere Tiere übertragen können. Für die in der näheren Umgebung befindlichen Intensivtierhaltungsbetriebe beziehungsweise -anlagen hätte dies unter Umständen schwerwiegende Folgen.“

"Mit erheblichen Geruchsemissionen zu rechnen" 

Zudem sei mit erheblichen Geruchsemissionen zu rechnen. Da erhebliche Zweifel an der Sicherstellung des erforderlichen Immissionsschutzes bestünden, lehnen die Samtgemeinde Spelle und die Gemeinde Schapen die Anlage, die voraussichtlich als Pilotanlage betrieben werde, ab.

Die Anlieger Heinz Exler und Andreas Schmidt machten darauf aufmerksam, dass sie schon jetzt durch die bestehende Klärschlammtrocknungsanlage an der Schapener Straße einer extremen Geruchsbelästigung ausgesetzt seien.

Ihre ablehnende Haltung begründeten die Kritiker auch damit, dass völlig undurchsichtig sei, welche Investoren hinter dem Vorhaben steckten. „Es wird Zeit, dass die Frerener wach werden und sich gegen das Vorhaben stemmen“, rief Griese die Ratskollegen der Nachbarkommune zu einem Gesinnungswandel auf. Die Kritiker hoffen jetzt darauf, dass es dem vom Landvolk beauftragten Potsdamer Fachanwalt Dr. Helmar Hentschke gelingt, das Vorhaben zu Fall zu bringen. Im Übrigen denke man über Protestaktionen nach.


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