Zwei Flüchtlinge als Mitarbeiter Modehaus Schulte in Schapen lebt Integration

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Anas Arar und Ismail Kassem (1. und 3. v.l.) arbeiten als Verkäufer in der Herrenabteilung und als Schneider im Änderungsatelier im Modehaus Schulte Schapen. Darüber freuen sich auch Sebastian Schütte-Bruns, Christian Fühner, Marcel Schöttmer, Karlheinz Schöttmer sowie die Geschäftsführer Anna und Hermann Schütte-Bruns. (v.l.). Foto: Johannes FrankeAnas Arar und Ismail Kassem (1. und 3. v.l.) arbeiten als Verkäufer in der Herrenabteilung und als Schneider im Änderungsatelier im Modehaus Schulte Schapen. Darüber freuen sich auch Sebastian Schütte-Bruns, Christian Fühner, Marcel Schöttmer, Karlheinz Schöttmer sowie die Geschäftsführer Anna und Hermann Schütte-Bruns. (v.l.). Foto: Johannes Franke

Schapen. Anas Arar und Ismail Kassem kommen aus Syrien. Die Flüchtlinge arbeiten im Schapener Modehaus Schulte als Verkäufer in der Herrenabteilung und als Schneider im Änderungsatelier.

Anas Arar aus Damaskus verabschiedet gerade einen Kunden. „Es macht mir sehr viel Freude, hier zu arbeiten, denn es ist mein Beruf, den ich 22 Jahre selbstständig und bei einem Herrenausstatter in meiner Heimat ausgeübt habe“, sagt der 41-Jährige. Mit seiner Ehefrau und drei Kindern wohnt er seit drei Jahren in Freren, hat  Sprachkurse absolviert, Bewerbungen geschrieben und im Modehaus Schulte ein Praktikum absolviert. Nun scheint sich sein Wunsch zu erfüllen, sein Wissen und Können an den Mann zu bringen und Herrenkleidung zu verkaufen.

„Wir sind als Gemeinde stolz"

Die Zusammenarbeit zwischen dem Modehaus, der Kommune Schapen, der Samtgemeinde Spelle und dem Landkreis Emsland ermöglichte es, dass der anerkannte Flüchtling mit Bleibestatus wieder seinen Beruf ausüben kann. „Wir sind als Gemeinde stolz auf das Unternehmen Schulte“, sagt Bürgermeister Karlheinz Schöttmer. Alles sei „unkompliziert verlaufen“, erwähnt Sebastian Schütte-Bruns, der dem Arbeitssuchenden einen Praktikumsplatz angeboten hatte, der im November in einem Arbeitsvertrag mündete.

Für diese „effektive Vorgehensweise“ bedankte sich der Landtagsabgeordnete Christian Fühner (CDU). Der Politiker kritisiert einerseits die oftmals nicht nachvollziehbare Flüchtlingspolitik, lobt aber diese „gelungene Integration, denn diese Menschen müssen hierbleiben und dürfen nicht wieder abgeschoben werden“.

"Im Herzen Syrer"

Anas Arar will für immer bleiben. „Meine Kinder sprechen schon perfekt Deutsch. Im Herzen bin ich zwar Syrer, aber hier fühle ich mich wohl und lerne viel“, erzählt er und lächelt. Anas sei bereits im Geschäft sehr gut integriert und vom Team sehr herzlich aufgenommen worden. „Vorbehalte seitens der Mitarbeiter und Kunden gibt es nicht“, sagt Hermann Schütte-Bruns.  

 „Die Arbeit macht mir große Freude"

Im Änderungsatelier arbeitet seit Januar Ismail Kassem. Auch der 38-jährige Familienvater hat bereits seit 23 Jahren Berufserfahrung als Schneider in leitender Position. Im Sommer 2017 entstand zwischen der Geschäftsführung, der Kommune und dem Speller Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf die Idee zur „Integration eines Schneiders aus Syrien“. Sie wurde an den Landkreis Emsland weitergeleitet, Kontakte wurden geknüpft und nach dem Praktikum wurde der Fachmann eingestellt. „Die Arbeit macht mir große Freude, mit der Sprache komme ich schon gut zurecht und die anderen Mitarbeiter helfen mir. Alles ist in Ordnung“, sagt Ismail Kassem. Für das Ehepaar Schütte-Bruns ist es wichtig, dass Menschen mit Freude wieder ihren Beruf ausüben können und von anderen anerkannt werden. „Ismail versteht sein Handwerk“, weiß auch Sebastian Schütte-Bruns.

Willkommenskultur wichtig

Groß war die Wiedersehensfreude der beiden Syrer aus Aleppo und Damaskus, als sie sich nach ihren Deutschkursen im Modehaus wiedersahen. Für die Mitarbeiter im Atelier ist die Integration kein Problem. „Ismail hat großes handwerkliches Geschick. Mir wurde als Russlanddeutsche in den 1990er-Jahren auch geholfen. Und das muss nun auch wieder geschehen“, sagt eine Mitarbeiterin. Dem Unternehmen seien Gemeinschaft, die Willkommenskultur und gelebte Integration wichtig, betonen die Geschäftsführer. Und wenn die beiden Fachkräfte manchmal nach Begriffen suchen, gleichen sie es mit Ausstrahlung wieder aus. „Hier sieht man, wie Familienunternehmen Verantwortung übernehmen, qualifizierte Fachkräfte unterstützen und fördern“, bedankt sich Christian Fühner im Namen der Anwesenden.  


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