Samtgemeindebürgermeisterwahl CDU entscheidet in Spelle zwischen Lindemann und Sändker

Meine Nachrichten

Um das Thema Spelle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Wen hebt der CDU-Samtgemeindeverband Spelle als Kandidaten für die Samtgemeindebürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 auf den Schild? Die Christdemokraten haben am Donnerstag die Wahl zwischen Maria Lindemann und Stefan Sändker. Foto: Ludger JungeblutWen hebt der CDU-Samtgemeindeverband Spelle als Kandidaten für die Samtgemeindebürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 auf den Schild? Die Christdemokraten haben am Donnerstag die Wahl zwischen Maria Lindemann und Stefan Sändker. Foto: Ludger Jungeblut

Spelle. Viele Jahre haben sie im Speller Rathaus als Kollegen zusammengearbeitet. Jetzt streben Maria Lindemann und Stefan Sändker als Konkurrenten das Amt des Samtgemeindebürgmeisters an. Die Redaktion stellt die beiden CDU-Kandidaten vor.

Im Falle ihrer Wahl zur Samtgemeindebürgermeisterin in Spelle möchte Maria Lindemann, die unter dem Slogan „In der Heimat – für die Heimat“ antritt, die Samtgemeinde jeden Tag in Richtung Zukunft gestalten. Das hat die 50-Jährige, die in vier Kommunen, darunter auch in Spelle, Führungserfahrungen sammelte, im Gespräch mit der Redaktion unterstrichen. „Spelle ist meine Heimat; hier bin ich aufgewachsen und hier habe ich lange gelebt. Ich kenne die Strukturen und viele Menschen und möchte zusammen mit den Bürgern die Samtgemeinde gestalten. Für mich kann es keine schönere Aufgabe in meiner Heimatgemeinde geben.“

"Verwaltung von der Pike auf gelernt"

An ihrer Qualifikation lässt Lindemann keinen Zweifel: „Verwaltung habe ich von der Pike auf gelernt. Seit Jahren bin ich in der Verwaltungsspitze tätig. Als Allgemeine Vertreterin in Marsberg und nun als Erste Beigeordnete in der Kreisstadt Steinfurt, vorher als Fachbereichsleiterin in Spelle und Telgte. Ich bringe somit auch ein breites Wissen und viele Erfahrungen aus mehreren Kommunen mit.“

Ein Lieblingsplatz von Maria Lindemann ist der Moorlehrpfad in Spelle. Als Ausgleich von der Büroarbeit ist die Freizeitläuferin gerne an der frischen Luft. Foto: Ludger Jungeblut

Um die Samtgemeinde erfolgreich in die Zukunft zu führen, sei Bürgernähe unverzichtbar. „Alleine kann ich als Samtgemeindebürgermeisterin eine Gemeinde nicht gestalten, auch die Verwaltung oder Politik können es nicht. Es sind die Menschen, die den Ort ,ausmachen‘. Nur mit ihnen gemeinsam lässt sich die Samtgemeinde voranbringen. Grundvoraussetzung dafür ist ein gutes Miteinander, denn nichts anderes bedeutet Bürgernähe.“ 

Die Diplom-Kauffrau, die der CDU beigetreten ist, bezeichnet ihren Führungsstil als kooperativ und legt Wert darauf, die Kolleginnen und Kollegen in die Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen. „Herausforderungen und Vorgehensweisen stimme ich grundsätzlich ab; eine breite Beteiligung motiviert und fördert die Selbständigkeit. Natürlich gibt es aber auch Situationen, wo ich letztendlich als Verantwortliche entscheiden muss – wie ich es ja auch bereits in den letzten Jahren bewiesen habe.“

"Wir dürfen uns nicht ausruhen"

Das derzeitige gesunde Wachstum in der Samtgemeinde darf ihrer Ansicht nach nicht dazu führen, „dass wir uns ausruhen“.  Wichtige Themen in der ländlichen Struktur wie in der Samtgemeinde Spelle werden ihren Worten zufolge natürlich die Lebens- und Wohnqualität für alle Generationen sein. Notwendig seien unter anderem familienfreundliche und seniorengerechte Wohnformen. Für junge Familien müssten ausreichend Möglichkeiten für Eigenheime und gleichzeitig auch Arbeitsmöglichkeiten geboten werden. Es gelte, die Infrastruktur wie Kindertageseinrichtungen und Schulen auf junge Familien auszurichten.


Maria Lindemann möchte gerne in ihrer Heimatgemeinde Spelle Samtgemeindebürgermeisterin werden. Foto: Detlev Albrink


Einen weiteren Schwerpunkt möchte sie auf die Wirtschaftsförderung legen, um in allen Mitgliedsgemeinden die örtlichen Unternehmen zu sichern und gegebenenfalls neue zu gewinnen. „Ich werde bei diesem Thema sicher mit neuen Ideen ansetzen, um durch interessante Veranstaltungen und Angebote ein Forum und Unterstützung für unsere Unternehmen aus allen Mitgliedsgemeinden zu bieten und nach außen interessant zu bleiben.“ Des Weiteren komme der Verträglichkeit zwischen Landwirtschaft, Flächenverwendung der Kommunen und Naturschutz zentrale Bedeutung zu.

Seit vielen Jahren ist Dezernent Stefan Sändker auch Geschäftsführer der Hafen Spelle-Venhaus GmbH. Sein Name ist eng mit der Erfolgsgeschichte es Hafens verknüpft. Foto: Ludger Jungeblut


Stefan Sändker will es wissen. Seit 1989 ist der „Speller Junge“ bei der Samtgemeinde Spelle tätig, kennt seinen Heimatort sowie Lünne und Schapen, die zur Samtgemeinde gehören, aus dem Effeff. „Ich brenne darauf, Samtgemeindebürgermeister zu werden“, sagt der 48-jährige Dezernent für Innere Dienste im Gespräch mit unserer Redaktion.

"Herausforderungen der Zukunft entschlossen angehen"

Der Familienvater von drei Kindern setzt auf Kontinuität in der Samtgemeindepolitik, will aber zugleich die Herausforderungen der Zukunft entschlossen angehen. „Ich habe die großartige Entwicklung in der Samtgemeinde erlebt und durfte mit meiner Tätigkeit in der Samtgemeindeverwaltung ein Stück weit daran mitarbeiten. Ich möchte nun in der Schlüsselposition des Samtgemeindebürgermeisters den Fortschritt meiner Heimatsamtgemeinde gestalten.“

Für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters sieht er sich gleich mehrfach qualifiziert: „Ich bin ein Verwaltungsfachmann, habe langjährige Erfahrungen in Führungspositionen erlangt und bringe die notwendige Zielstrebigkeit, Verhandlungsgeschick sowie Argumentationsstärke mit.“ Sändker sieht sich selbst als Teamplayer, der für die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden, der Politik und der Verwaltung steht. „Das ist unerlässlich für das Konstrukt Samtgemeinde“, betont der Christdemokrat.

Geschäftsführer der Hafen Spelle-Venhaus GmbH

Sändker ist auch Geschäftsführer der Hafen Spelle-Venhaus GmbH. Er ist stolz auf die rasante Entwicklung im Hafen. Großen Wert legt er auf Bürgernähe. „Darunter verstehe ich, jedem Bürger mit Wertschätzung und Empathie zu begegnen. Dazu sollte man das Gespräch mit ihnen suchen wollen, gerne unter ihnen sein, nicht nur in der Verwaltung, sondern auch auf dem Sportplatz und auf dem Volksfest, eben überall.“

Viele kennen Sändker auch als leidenschaftlichen Tischtennisspieler. Seit 2006 ist er Vorsitzender der Tischtennisabteilung des SC Spelle-Venhaus. Da der 48-Jährige gerne im Team arbeitet, bevorzugt er einen kooperativen Führungsstil, durch den die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden. „Dabei werden die Kenntnisse der Kollegen genutzt. Sie verbessern das Ergebnis und erhöhen deren Motivation. Es ist eine Win-Win-Situation für alle.“

"Das Augenmerk auf den Erhalt der dörflichen Infrastruktur richten"

Neue Herausforderungen ergeben sich nach seiner Auffassung durch den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel, „die vor den Toren der Samtgemeinde nicht halt machen, genauso wenig wie die Auswirkungen der Globalisierung und der Digitalisierung.“ Es gelte, die Bereitstellung von ausreichenden Flächen für Wohnraum und Gewerbe auf der einen und den Flächenbedarf für die Land- und Forstwirtschaft auf der anderen Seite vor dem Hintergrund der begrenzten Gesamtfläche in Einklang zu bringen. „Der Erhalt der dörflichen Infrastruktur, insbesondere die Nahversorgung und die medizinische Versorgung wird die Samtgemeinde Spelle besonders in Schapen und Lünne umtreiben.“


Stefan Sändker, hier im Bild mit seiner Tochter Emily, beweist auch beim Tischtennis Durchsetzungsvermögen. Foto: Ludger Jungeblut


Seinen Worten zufolge werden die Veränderungen in der Gesellschaft mit der zunehmenden Anzahl von Singlehaushalten und Alleinerziehenden sowie Familien, in denen beide Partner Vollzeit arbeiten, die künftige Politik der Samtgemeinde beeinflussen. Es gelte zudem, den Blick auf die größer werdende Anzahl der Senioren zu richten und das Ehrenamt als Rückgrat der Gesellschaft zu stärken.

Sändker kündigt an, im Fall seiner Wahl zum Samtgemeindebürgermeister die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger an den politischen Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozessen auszubauen und die Transparenz zu erhöhen. Darüber hinaus wolle er den Faktor Nachhaltigkeit beim Schutz von Natur und Umwelt mehr in den Fokus stellen.


426 CDU-Mitglieder sind wahlberechtigt

In einer Mitgliederversammlung des CDU-Samtgemeindeverbandes Spelle, zu dem die Ortsverbände Spelle, Lünne und Schapen gehören, wird am Donnerstag, 8. November, der CDU-Kandidat für die Wahl des Samtgemeindebürgermeisters durch die Bürger am 26. Mai 2019 bestimmt. Der jetzige Amtsinhaber Bernhard Hummeldorf (59)  hat auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Die Versammlung beginnt um 20 Uhr in der Gaststätte Spieker-Wübbel in Spelle-Venhaus. Zunächst gilt es, nach dem Bericht des Vorsitzenden Klaus Santen einen neuen Vorstand zu wählen. Gegen 20.30 Uhr sind dann die stimmberechtigten CDU-Mitglieder dazu aufgerufen, in geheimer Wahl die Kandidatin oder den Kandidaten zu wählen. Es bewerben sich die Verwaltungsfachleute Maria Lindemann (50) und Stefan Sändker (48). Neben den beiden können in der Zusammenkunft weitere Personen vorgeschlagen werden. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass dies geschieht.

Nach Auskunft von CDU-Kreisgeschäftsführer Björn Roth gehören dem CDU-Samtgemeindeverband Spelle aktuell 426 Mitglieder an. Seit dem 21. September, als die Bewerbung von Maria Lindemann und Stefan Sändker bekannt wurde, traten 116 Mitglieder neu in die Partei ein, davon 96 in Spelle, fünf in Lünne und 15 in Schapen. Der Ortsverband in Spelle verfügt jetzt über 280 Mitglieder. In Lünne gehören 86 Personen den Christdemokraten an und in Schapen sind es 60.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN