Experte Sudbrink mit konkreten Ideen Wohnen im Alter: Spelle geht neue Wege

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Auf große Resonanz stieß die Veranstaltung zum Thema Wohnen im Alter. Darüber freuten sich (von links) Gerd Schierenbeck (Landesverband 50Plus), Jens Lübben (Regionalmanager), der Speller Bürgermeister Andreas Wenninghoff, Projektleiter Heinz-Dieter Sudbrink und Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf. Foto: Ludger JungeblutAuf große Resonanz stieß die Veranstaltung zum Thema Wohnen im Alter. Darüber freuten sich (von links) Gerd Schierenbeck (Landesverband 50Plus), Jens Lübben (Regionalmanager), der Speller Bürgermeister Andreas Wenninghoff, Projektleiter Heinz-Dieter Sudbrink und Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf. Foto: Ludger Jungeblut

Spelle. Der Leiter des Projekts Wohnen im Alter in der Samtgemeinde Spelle, Heinz-Dieter Sudbrink, hat dazu aufgerufen, sich frühzeitig mit dem Thema zu befassen und nicht erst dann, wenn plötzlich eine Pflegebedürftigkeit eingetreten ist.

Er höre immer wieder Äußerungen wie "Hätte mir das jemand vorher gesagt, hätte ich mich anders entschieden", sagte der Experte von der Pro System GmbH aus Osterholz-Scharmbeck in einer öffentlichen Veranstaltung im Wöhlehof mit mehr als 50 Teilnehmern. Dort wurden die Ergebnisse des Beteiligungs- und Kreativprozesses vorgestellt, der im November 2017 begann und jetzt offiziell abgeschlossen wurde. Er solle aber keine Eintagsfliege gewesen sein, sondern nachhaltige Wirkung entfalten, betonten Sudbrink und Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf.

Unterstützt wurde das von der Gemeinde Spelle initiierte Projekt, das insgesamt 25.500 Euro kostete, durch das EU-Förderprogramm Leader, das Forschungsprojekt Dorfgemeinschaft 2.0 sowie den Landkreis Emsland. Sudbrink freute sich darüber, dass rund 40 Personen an dem Beteiligungsprozess teilgenommen haben.  Bei der Befragung sei herausgekommen, dass Wohneigentum für ältere Bevölkerung eine große Bedeutung habe.

Mehr als 50 Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Abschlussveranstaltung zum Thema Wohnen im Alter im Wöhlehof in Spelle. Foto: Ludger Jungeblut

 "Viele Bürger haben gesagt, dass sie offen für gemeinschaftliche Lösungen sind", betonte der Experte. Sie hätten auch deutlich gemacht, dass in einer Zeit großer Veränderungen ein Bedürfnis nach Stabilität vorhanden sei. Es gebe durchaus den Wunsch, mit Jüngeren zusammenzuleben. Die Herausforderung bestehe darin, dieses Zusammenleben möglichst stressfrei zu gestalten. Die Jüngeren hätten die Sorge, von den Älteren dominiert werden.

 Ausgehend von der Feststellung, dass es eine Vielzahl von Bedürfnissen gebe, gelte es, für die Wohnungen individuelle und vorausschauende Lösungen zu erarbeiten. Es lohne sich, dafür Geld in die Hand zu nehmen. Anhand zahlreicher Fotos dokumentierte er, dass es Sinn mache, eine Wohnung von vornherein behindertengerecht zu gestalten und nicht erst bei akutem Handlungsdruck zu reagieren. "Eine Toilette gehört zum Beispiel nicht in die Ecke eines Raumes, damit sie von Bewohnern nach einem Schlaganfall mit halbseitigen Lähmungserscheinungen von beiden Seiten gut erreicht werden kann."

Eine Fülle an Ideen im Zusammenhang mit dem Thema Wohnen im Alter präsentierte Experte Heinz-Dieter Sudbrink. Foto: Ludger Jungeblut

Bei einer eintretenden Pflegebedürftigkeit sei es von großer Bedeutung, dass das Bett von allen Seiten zugänglich sei, unterstrich der Projektleiter. Wichtig sei auch eine gute, nicht reflektierende Beleuchtung aus verschiedenen Leuchtquellen. Unverzichtbar sei zudem eine gute Akustik im Haus zum Beispiel mithilfe eines Lärmsegels. 

Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf stellte abschließend fest: "Der Beteiligungsprozess hat sich gelohnt. Keiner weiß so viel, wie wir alle zusammen." Sudbrink habe überzeugend deutlich gemacht, dass es für die Herausforderungen des Wohnens im Alter praktische Lösungen gebe. Hummeldorf kündigte an, dass es künftig einen Ansprechpartner in der Verwaltung zu dieser Thematik geben wird. Der mit dem Projekt angestoßene Prozess soll nach seinen Worten auf jeden Fall weitergeführt werden. 

Wertvolle Tipps für das Wohnen im Alter gab Experte Heinz-Dieter Sudbrink (links), hier im Gespräch mit dem Ehepaar Meinolf und Edeltraud Laßmann. Foto: Ludger Jungeblut

Gesucht werden Bürger, die sich mit der Thematik "Wohnen in der Zukunft in Spelle" befassen möchten. Interessenten werden gebeten, sich mit Jens Lübben von der Samtgemeinde, Tel. 05977/937421, E-Mail luebben@spelle.de in Verbindung zu setzen. Im Bürgerbüro der Samtgemeinde sind kostenfrei Broschüren erhältlich, in denen die Ergebnisse des Beteiligungs- und Kreativprozesses zusammengefasst sind. Zudem sind in der Broschüre konkrete Projekte zum Thema "Wohnen im Alter" aufgelistet, die ab nächstes Jahr in Spelle verwirklicht werden sollen.


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