Zahl der toten Fahranfänger deutlich gesunken Präventionsprojekt im Emsland zeigt nach fünf Jahren Wirkung

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Der Dank an die Teamer, Ehrenamtliche und Sponsoren stand im Mittelpunkt der Feier im Krone-Trainingszentrum: (von links) Heinz Defayay, Marc-André Burgdorf, Klaus Wermeling, Bernard Krone, Dieter Rothlübbers, Friedrich Kethorn und Günter Klene.  Foto: Heinz KrüsselDer Dank an die Teamer, Ehrenamtliche und Sponsoren stand im Mittelpunkt der Feier im Krone-Trainingszentrum: (von links) Heinz Defayay, Marc-André Burgdorf, Klaus Wermeling, Bernard Krone, Dieter Rothlübbers, Friedrich Kethorn und Günter Klene. Foto: Heinz Krüssel

Spelle. Die Zahl der tödlich verletzten Fahranfänger im Landkreis Emsland und Grafschaft Bentheim sinkt signifikant. Dieser Rückgang ist nach Auffassung der Verantwortlichen der beiden Präventionsprogramme „Schutzengel“ und das Nachfolgeprogramm „Abgefahren – wie krass ist das denn“ im Wesentlichen auf die entsprechende Aufklärungsarbeit zurückzuführen.

Waren im Jahr 2007 noch 17 Verkehrsopfer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren zu beklagen, weist die Statistik im Jahr 2017 noch zwei Todesopfer in dieser Altersgruppe aus.  „Wir sind davon überzeugt, dass junge Menschen für die Gefahren sensibilisiert werden, die ihnen als junge Fahranfänger im Verkehr drohen“, betonten Polizeihauptkommissar Klaus Wermeling als Leiter des Projektes gemeinsam mit Polizeioberkommissar Dieter Rothlübbers während einer Feier anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Programms „Abgefahren – wie krass ist das“ im Krone-Trainingszentrum in Spelle.

In Schulen und in Diskos

Sie seien als Team mit der Ausstellung überall dort präsent, wo junge Fahranfänger ansprechbar sind – in Schulen ebenso wie in Diskotheken, so die Polizeibeamten. Die Ausstellung zeigt acht schwere Verkehrsunfälle, die sich im Emsland oder der Grafschaft ereignet haben. Die Sachverhalte werden jeweils aus Sicht der Rettungskräfte und von Unfallbeteiligten dargestellt. Sieben der acht Unfälle wurden von jungen Fahranfängern verursacht. 14 Menschen kamen dabei ums Leben.

Lachend rein, betrübt raus

Das Gemeinschaftsprojekt von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Notfallseelsorge, Unfallverursachern und Opfern zeigt nach Meinung von Gastgeber Bernard Krone nachhaltige Wirkung. Der Unternehmer habe sich davon selber in einer Präsentation überzeugen können: „Die Jugendlichen gingen lachend in die Ausstellung rein und kamen angesichts der Darstellungen sehr bedrückt, zum Teil auch weinend aus der Ausstellung wieder raus.“ Die Rettungskräfte verdienten größten Respekt, weil sie sich in schwierigsten Situationen um die Opfer kümmern. Auch vor diesem Hintergrund fungiere die Maschinenfabrik Bernard Krone bei beiden Präventionsprojekten aus Überzeugung als Sponsor.

Das Schlimmste, was einer Familie passieren kann

„Es ist wohl das Schlimmste, was einer Familie passieren kann, wenn Polizeibeamte oder Notfallseelsorger an der Tür klingeln um mitzuteilen, dass dein Kind nicht mehr lebt und es bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind“, zeigte sich Kriminaldirektor Heinz Defayay überzeugt. Defayay dankte dem ganzen Team für die nachhaltige Arbeit, um den Familien tragisches Leid zu ersparen.

In Grußworten gingen Landrat Friedrich Kethorn für die Grafschaft und Kreisdezernent Marc-André Burgdorf für den Landkreis Emsland auf die beeindruckende Leistung aller Beteiligten ein. Es gelte, das Fehlverhalten besonders der Fahranfänger zu minimieren. Das könne unter anderem durch präventive Maßnahmen wie beispielsweise Aufklärung und Fahrsicherheitstraining geschehen . Begrüßt wurde das Engagement aller Beteiligten auch von Günter Klene vom Kreissportbund Emsland. Viele Jugendliche seien zu Sportveranstaltungen wie Training, Wettkämpfen und Spielen sowohl mit dem Fahrrad als auch mit Motorrädern und Autos unterwegs. Sie seien als Verkehrsteilnehmer extrem gefährdet.  

Für den musikalischen Rahmen sorgte das Holzbläser-Quintett des Polizeiorchesters Niedersachsen.


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