Treffen in Spelle Touristische Potenziale im südlichen Emsland besser nutzen

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Gut ausgebaute Radwege im Emsland sind ein Pfund, mit dem die Verantwortlichen der Tourismuswirtschaft wuchern können. Foto: Emsland TouristikGut ausgebaute Radwege im Emsland sind ein Pfund, mit dem die Verantwortlichen der Tourismuswirtschaft wuchern können. Foto: Emsland Touristik

Spelle. Für die Stärkung des Tourismus im südlichen Emsland gibt es erhebliche Potenziale, die es konsequent auszuschöpfen gilt. Um dies zu erreichen, soll ein Koordinator tätig werden. Darin waren sich alle Beteiligten des Leader-Bürgerforums einig, das am 29. August 2018 im Wöhlehof in Spelle stattfand.

Eingeladen zu der Veranstaltung hatte die Lokale Aktionsgruppe Südliches Emsland (LAG), die seit April 2007 Fördermittel aus dem EU-Programm Leader einwirbt, um die Gelder zielgerichtet für Projekte im Altkreis Lingen einzusetzen. Deren Vorsitzender, der Speller Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf verwies darauf, dass in den vergangenen Jahren 123 Projekte initiiert und gefördert wurden. Hummeldorf: "Rund 3,5 Millionen Euro an Fördergeldern wurden bereits von der LAG bewilligt, die Gesamtinvestitionen von rund zehn Millionen in unserer Region ausgelöst haben beziehungsweise es noch werden." Das macht nach Auffassung des Samtgemeindebürgermeisters deutlich, das es im Jahr 2007 die richtige Entscheidung war, die Chance zu ergreifen und sich als Region zusammenzuschließen, um Zuschüsse aus dem Leader-Programm zu erhalten. Die Fördermittel werden vorrangig für die Modernisierung von Gebäuden verwendet, die der Allgemeinheit dienen.

Konsequent auf Digitalisierung setzen

Uwe Carli, Geschäftsführer der Emsland Touristik  verwies auf die rasante Entwicklung, die das Emsland bei der Entwicklung der weißen Industrie in den vergangenen Jahren verzeichnet habe. Wichtig sei es, weiterhin für ein freundliches Investitionsklima im Emsland zu sorgen, um den Bau von touristischen Einrichtungen zu unterstützen. "Wenn das Hotel hier nicht entsteht, wird es in einer Nachbarregion gebaut." Um im Wettbewerb mit anderen Regionen zu bestehen sei es zudem zwingend notwendig, konsequent auf Digitalisierung zu setzen. Die Emsland Touristik biete in diesem Zusammenhang professionelle Hilfe an, um alle Beteiligten optimal zu vernetzen.

Sehen gute Chancen, um den Tourismus im südlichen Emsland weiter zu entwickeln: (von links) der Geschäftsführer der Emsland Tourismus GmbH, Uwe Carli, Oliver Melchert (BTE Tourismus- und Regionalberatung), Jens Lübben (Geschäftsstelle Lokale Aktionsgruppe Südliches Emsland) und der Speller Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf. Foto: Ludger Jungeblut


Nach Angaben von LAG-Regionalmanager Jens Lübben wird die Tourismusstruktur im südlichen Emsland derzeit durch mehrere Akteure bestimmt. Er nannte den Touristikverein Freren/Lengerich/Spelle,  VVV Emsbüren Touristik, Lingen Wirtschaft und Tourismus GmbH und die Gemeinde Salzbergen. Um die vorhandenen Qualitäten der Regionen optimaler zu vermarkten beziehungsweise zu kommunizieren, hatten sich die Kommunen der Leader-Region Südliches Emsland dazu entschlossen, eine umfassende Analyse und Bewertung der touristischen Angebote und Infrastrukturen in Auftrag zu geben.

Radtourismus profitiert vom gut vernetzten Streckenangebot

Oliver Melchert, geschäftsführender Gesellschafter der BTE Tourismus- und Regionalberatung, präsentierrte die wichtigsten Ergebnisse der rund 100 Seiten umfassenden Analyse. "Der Tourismus im südlichen Emsland wird vor allem durch die interessante und abwechslungsreiche Natur geprägt", stellte er fest und fügte hinzu: "In Verbindung mit dem gut vernetzten Streckenangebot profitiert besonders der Radtourismus von den naturräumlichen Gegebenheiten. Aber auch die Kultur, Tradition und das Heimatgefühl werden von den Besuchern geschätzt." 

Interessiert verfolgten die Gäste das Leader-Bürgerforum im Wöhlehof in Spelle zumThema Tourismus.


Melchert machte aber auch Schwächen aus. Er nannte die fehlende Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, eine geringe Auslastung in der Nebensaison, Defizite bei der Zielgruppenansprache und unzureichende Aufgabenwahrnehmung im Bereich Online und Vertrieb. Konkret schlug er vor, firmeninterne Meetings zu nutzen, um den Teilnehmern touristische Angebote im südlichen Emsland schmackhaft zu machen. Überdies sieht der Diplom-Kaufmann Potenzial beim Thema Wintertourismus. Es gelte, ein besonderes Erlebnis zu bieten, indem die Winterlandschaft im südlichen Emsland mit Dorferlebnis, Brauchtum, Tradition und Kultur verbunden werde.


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