Oldtimer-Fahrt 84 historische Lkw starten in Spelle Richtung Schweden

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84 aufwändig restaurierte Oldtimer-LKW, Busse und Transporter versammelten sich auf dem Areal des Krone-Trainingszentrums und starteten von dort auf die 2500 Kilometer lange Tour.  Foto: Heinz Krüssel84 aufwändig restaurierte Oldtimer-LKW, Busse und Transporter versammelten sich auf dem Areal des Krone-Trainingszentrums und starteten von dort auf die 2500 Kilometer lange Tour. Foto: Heinz Krüssel

Spelle. 84 Oldtimer-Lastkraftwagen, Transporter und Omnibusse sind am 31. August 2018 von Spelle aus zur „16. Deutschlandfahrt für historische Nutzfahrzeuge“ in Richtung Schweden gestartet. Insgesamt liegen rund 2500 Kilometer vor den Teilnehmern.

In mehreren Etappen führt der Weg von Spelle zunächst in Richtung Kiekeberg und von dort nach Kiel. Per Fähre geht es weiter nach Göteborg in Schweden, über Malmö und Trelleborg schließlich per Fähre zurück nach Saßnitz auf Rügen zum Ziel, den Autohof des Mineralölhändlers Hoyer in Neustadt-Glewe in Mecklenburg-Vorpommern.

Alle zwei Jahre auf Tour

Seit mehr als 30 Jahren machen sich betagte Oldtimer alle zwei Jahre auf den Weg mit ständig wechselnden Zielen. Initiator der Tour war seinerzeit Robert Fehrenkötter, Transport- und Logistikunternehmer aus Ladbergen. Heute wird die Tour maßgeblich von seinen Söhnen Robert und David in einer Arbeitsgemeinschaft mit dem ETM-Verlag aus Stuttgart organisiert. Zur Philosophie gehörte es in all den Jahren, die Lkw zu den Menschen zu bringen und somit Imagewerbung zu betreiben. 

Acht bis neun Tage unterwegs

„Die Teilnehmer kommen heute vor allen Dingen aus Deutschland, Österreich, England, der Schweiz und den Niederlanden und sind in der Regel acht bis neun Tage unterwegs“, erläuterte Robert Fehrenkötter in einem Gespräch mit der Redaktion. Übernachtet werde in der Regel auf der entsprechend eingerichteten Ladefläche.

Bei einem Rundgang informierten sich (von links) Markus Rütters, Joachim Fehrenkötter, Bernard Krone und Rainer Steuernagel über die Teilnehmer, hier vor dem Büssing 6000 von Joachim Fehrenkötter. Foto: Heinz Krüssel

Das Interesse an Oldtimer-Lkw werde ebenso wie das für Trecker, Autos und Motorräder stetig größer. Die Oldtimer-Lkw sind von Grund auf restauriert worden. Sie befanden sich ursprünglich meistens in einem erbärmlichen Zustand. Heute erstrahlen sie in neuem Glanz. Auf dem Areal des Krone-Trainingszentrums sind im Kreis der aufgestellten Nutzfahrzeuge Marken zu sehen, die es heute nicht mehr gibt, unter anderem Büssing, Krupp, Hannomag, Hentschel, Borgward und Faun.

Passion für Lkw geerbt

Robert Fehrenkötter hat die Passion für Oldtimer von seinem Vater geerbt: „Ich bin schon ein bisschen stolz darauf, dass ich als einziger Fahrer seit 1987 alle Etappen selber mit dem gleichen Fahrzeug gefahren bin; dabei handelt es sich um einen Büssing 6000, Baujahr 1955 mit 120 PS.“ Dieser sei im „ersten Leben“ bei den Stadtwerken in Münster im Einsatz gewesen. Es sei einfach auch faszinierend, das harte Arbeitsleben eines Lkw-Fahrers in den 1950er und 1960er Jahren kennenzulernen. „Wer einmal einen Lkw ohne Lenkhilfe gefahren hat, kann die körperliche Leistung der Fahrer nachvollziehen“, ergänzte Markus Rütters, Mitglied der Geschäftsleitung der Veltins-Brauerei als langjähriger Sponsor der Tour.

"Entwicklung beeindruckend"

Sponsor ist von Anfang an auch die Maschinenfabrik Bernard Krone in Spelle. Bernard Krone informierte sich bei einem Rundgang gemeinsam mit Rainer Steuernagel, langjähriger Verkaufsdirektor des Nutzfahrzeugwerkes in Werlte, über die Teilnehmer und deren Fahrzeuge. „Die Entwicklung der Nutzfahrzeuge ist einfach beeindruckend“, wies Krone beispielhaft auf die Motorleistung hin. Während sich früher die Gespanne mit 90 PS die Berge hinauf quälten, haben die Lkw heute oft 400 PS.

Konzessionsschilder

Auffällig waren an mehreren Fahrzeugen unterschiedliche Konzessionsschilder, die auf das Reichskraftwagengesetz zurückgingen, erläuterte Bernard Krone. So galt die rote Konzession für ganz Europa und kostet 150.000 DM. „Damit wollte die Politik seinerzeit die Bahn vor dem LKW-Verkehr schützen“, so Krone. Heute würden rund 78 Prozent aller Güter über die Straße transportiert, stellte der Unternehmer und langjährige frühere Vizepräsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) fest.


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