Anfassen ausdrücklich erwünscht Töddenausstellung in Schapen ist jetzt kindgerecht

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Schapen „Bitte nicht anfassen!“: Dieses in vielen Museen streng ausgerufene Gebot ist für den Heimatverein Schapen ein Verbot. Dieser möchte Geschichte nicht anstauben lassen, sondern gerade auch für Kinder anfassbar und damit lebendig machen. Aus Anlass der kindgerechten Erweiterung der Töddenausstellung luden Heimatverein und der „Club ohne Namen“ jetzt zu einem bunten Familienfest rund um das Alte Pfarrhaus am idyllischen Bürgerpark ein.

Mit einem fröhlichen Lied begrüßten die Nachwuchssänger „Die Schapis“ die zahllosen kleinen und großen Gäste in dem Wissen: „Heimat ist da, wo man wohnt, gemeinsam lacht und Spaß hat. Unsere Heimat ist in Schapen.“ Nahezu das ganze „Töddendorf“ war auf den Beinen, als Heimatvereinsvorsitzender Hermann Hofhus anschließend das rote Band zur kindgerecht erweiterten Töddenausstellung durchschnitt. Dank der ungebremsten Tatkraft engagierter Vereinsmitglieder sowie der Förderung durch die Emsländische Landschaft und die Stiftung Volksbank Süd-Emsland dürfen die Kinder dort selbst an verschiedenen Stationen Hand anlegen, beispielsweise Münzen gießen, Geld abwiegen, Leinen befühlen, eine Elle abmessen, eine Kiepe aufsetzen oder einem Tödden in die Tasche greifen und die Hand mit vielen Talern wieder herausziehen.

Zeugen des einstigen Reichtums

Denn die Tödden waren oft sehr reich, seit dem 17. Jahrhundert zogen sie als reisende Händler quer durch das  Land und brachten Leinen, Kurz- und Eisenwaren „an den Mann“. So mancher Tödde kam aus Schapen und 1969 wurde dort beim Wiederaufbau eines abgebrannten Hauses sogar ein echter Töddenschatz mit 21 Gold- und 359 Silbermünzen gefunden. Einige Töddenhäuser zeugen in Schapen noch heute von dem Reichtum vergangener Zeiten, um die sich viele spannende Legenden ranken. So soll es zum Beispiel der Tödde Vahlmann zu einem solchen Vermögen gebracht haben, dass er die Flügel seiner Windmühle vergolden ließ und wettete, den Weg bis zur Kirche ins Dorf mit Dukaten pflastern zu können.

Rundgang durchs Dorf

Wie einen Rundgang durch ein Dorf aus früheren Zeiten hat der Heimatverein Schapen auch seine Heimathofanlage gestaltet - der Weg führt über die urige und auch zum Feiern bestens geeignete Tenne durch eine alte Apotheke, eine historische Hutmanufaktur, eine Upkammer mit den einst typischen Butzenbetten über die Welt der Tödden bis hin zum Feld der Schlepperfreunde, zum Bauerngarten, zur Alten Schmiede und zum Brauhaus, wo heute auch stilvoll geheiratet werden kann. An allen Ecken lässt sich etwas ausprobieren oder etwas erleben, spannende Führungen für Groß und Klein werden auf Anmeldung unter vorstand@heimatverein-schapen.de oder direkt beim Vorsitzenden Hermann Hofhus (Tel. 05458/1692) gerne angeboten.


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