Obergeschoss für 600.000 Euro umgebaut Modehaus Schulte in Schapen weiter fest in familiärer Hand

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Freuten sich über die Fertigstellung des Obergeschosses und die Modernisierung der Damen- und Wäscheabteilung 8von links): Hermann, Sebastian und Anna Schütte-Bruns. Foto: Thomas PertzFreuten sich über die Fertigstellung des Obergeschosses und die Modernisierung der Damen- und Wäscheabteilung 8von links): Hermann, Sebastian und Anna Schütte-Bruns. Foto: Thomas Pertz

Schapen . Seit knapp einem Jahr ist Sebastian Schütte-Bruns Mitglied der Geschäftsführung des Modehauses Schulte in Schapen. An den Planungen zum nun abgeschlossenen Umbau des Obergeschosses war er bereits aktiv beteiligt.

Es sei ein großes Geschenk für sie, dass das Familienunternehmen weitergeführt werde, unterstrichen seine Eltern Hermann und Anna Schütte-Bruns in einem Gespräch mit der Redaktion die Bedeutung der Entscheidung des 32-Jährigen.

Das Ehepaar hatte das Geschäft an der Kolpingstraße im Jahr 1985 von den Eltern von Anna Schütte-Bruns, Heinrich und Agnes Schulte, übernommen und im Laufe der Jahre immer weiter ausgebaut. Dadurch siedelten sich dort auch weitere Geschäfte an, sodass die Kolpingstraße immer mehr zum Einkaufszentrum nicht nur für die Schapener Bürger, sondern auch für Kunden aus der Region wurde. Im Modehaus selbst, das über eine Fläche von 2850 Quadratmetern verfügt, sind rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Sebastian Schütte-Bruns hat nach dem Abitur eine Banklehre absolviert. Es folgten ein Studium der Betriebswirtschaft sowie ein Auslandssemester in den USA mit anschließendem Master-Studium im Bereich Kommunikationsmanagement und Dialogmarketing. Schütte-Bruns arbeitete anschließend als Kundenberater bei der OLB und war zuletzt Regionalverkaufsleiter bei ALDI mit der Umsatz- und Personalverantwortung für fünf Filialen in Nordrhein-Westfalen.

Drei Söhne – einer übernimmt

Das Ehepaar Schütte-Bruns hat drei Söhne. Keinem von ihnen hätten sie irgendetwas aufzwingen wollen, was die Unternehmensnachfolge anbelange, machten der 65-Jährige und seine drei Jahre jüngere Frau deutlich. In mehreren Gesprächen in der Familie näherten sich die Mitglieder vielmehr der Lösung an, die nun besiegelt worden ist. „2016 habe ich überlegt, wie ich mich weiter beruflich orientieren wollte“, beschrieb der 32-Jährige den Weg bis zur Entscheidung, ins Familienunternehmen einzusteigen und es dann auch zu übernehmen. Als einer von derzeit drei Geschäftsführern hat er die Gesamtverantwortung für Personal, Verkauf und Verwaltung übernommen. Um den Immobilienbereich kümmert sich sein Vater, während Anna Schütte-Bruns die Damenabteilung leitet. Beide wollen sich aber Schritt für Schritt aus dem aktiven Geschäft zurückziehen.

Digitale Regal-Erweiterung geplant

Sebastian Schütte-Bruns hat sich intensiv auf seine neue Aufgabe vorbereitet, sich fachlich fortgebildet und mit jedem der knapp 100 Beschäftigten Gespräche geführt. Von der strategischen Ausrichtung her wolle er den erfolgreichen Weg des Modehauses Schulte weitergehen, sagte der 32-Jährige. Veränderungen schließt das aber nicht aus: Der Social Media-Bereich soll ausgebaut werden durch mehr Aktivitäten auf digitalen Plattformen wie Facebook und Instagram. „Ein Thema ist auch die digitale Regalverlängerung“, beschrieb er eine Möglichkeit, das umfassende Angebot bei Schulte über eine Online-Schnittstelle zu erweitern.

Im Zentrum bleibt aber das Modehaus selbst, wie am Mittwochabend in einer Feierstunde nach der Fertigstellung des Umbaus im Obergeschoss deutlich wurde. Die Damen- und Wäscheabteilung wurde komplett „auf links gedreht“, wie Hermann Schütte-Bruns erläuterte. Rund 600.000 Euro investierte das Unternehmen in einer knapp dreimonatigen Umbauphase in die Neustrukturierung der Abteilungen, eine neue Ladeneinrichtung und die Aufnahme weiterer Marken mit dem Ziel, das Einkaufserlebnis zu steigern.

Es war die siebte größere Baumaßnahme im Modehaus Schulte in den letzten Jahren und die erste unter Federführung von Sebastian Schütte-Bruns. „Unser Grundgedanke ist, neue Kunden zu gewinnen und die alte Stammkundschaft zu pflegen“, sagte er bei der Begrüßung der Gäste. „Das ist das Wichtigste: Es geht im Modehaus Schulte mit der nächsten Generation weiter“, meinte der Schapener Architekt Georg Kimmer. Getreu dem Motto im Handel: „Stillstand ist Rückstand“ setze das Modehaus immer wieder neue Akzente und behaupte sich damit gegenüber der starken Konkurrenz im Internet, sagte Judith Rudolf vom Handels- und Dienstleistungsverband Osnabrück-Emsland.

Den kirchlichen Segen sprachen der Speller Pfarrer Ludger Pöttering und Pastor Joachim Kern aus Schapen. Beide gratulierten auch der 93-jährigen Agnes Schulte. Sie freute sich sichtlich über den Umbau. „Es ist sehr schön geworden“, sagte sie. 


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