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08.08.2018, 15:40 Uhr ZUM KANDIDATURVERZICHT IN SPELLE

Hummeldorfs Entscheidung ist zu bedauern, aber richtig

Kommentar von Thomas Pertz

Im Kreise von politischen Vertretern der Samtgemeinde und der Verwaltung hat Spelles Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf (fünfter von links) am Mittwoch seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur im nächsten Jahr bekanntgegeben. Foto: Thomas PertzIm Kreise von politischen Vertretern der Samtgemeinde und der Verwaltung hat Spelles Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf (fünfter von links) am Mittwoch seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur im nächsten Jahr bekanntgegeben. Foto: Thomas Pertz

Spelle. Die Entscheidung von Bernhard Hummeldorf, als Samtgemeindebürgermeister in Spelle 2019 nicht mehr erneut zu kandidieren, ist zu bedauern, aber richtig, meint der Kommentator.

Ein hauptamtlicher Bürgermeister im Emsland hat sein Büro im Rathaus. Ein erfolgreicher Verwaltungschef ist aber vor allem außerhalb des Gebäudes anzutreffen: Wo die Menschen in der Kommune leben, zum Beispiel. Wo die Entscheidungsträger auf anderen Behörden- und Politikebenen sitzen, in Meppen, Hannover und Berlin. Wo die Fördertöpfe sind und Verbindungen geknüpft werden können für den, der sich aufs Netzwerken versteht.

Bernhard Hummeldorf ist so einer mit einem zupackenden und gestaltenden Amtsverständnis. Das hat der Samtgemeindebürgermeister von Spelle über Jahre mit Erfolg in konkrete Maßnahmen umgesetzt.

Es ist nicht sein Erfolg allein, schließlich sollte der Chef einer Verwaltung kein Solist, sondern Teamplayer sein. Die ehrenamtlichen Mitglieder in den politischen Gremien sind wichtige Taktgeber, damit die Samtgemeinde in Bewegung bleibt. Der Samtgemeindebürgermeister aber steht an vorderster Stelle. Dort, wo auch der Gegenwind zu spüren ist, wenn es um unangenehme Entscheidungen geht. Weggeduckt hat sich Hummeldorf nie – im Gegenteil.

Sein Verzicht auf eine erneute Kandidatur im nächsten Jahr ist deshalb zu bedauern. Die Entscheidung ist aber richtig, wenn man weiß, dass es auch ein Leben neben der Arbeit gibt. Fast 45 Berufsjahre, darunter viele mit Führungsverantwortung, sind genug, um eine Bilanz zu ziehen, auf die der 59-Jährige stolz sein kann.

Wer ihn kennt, weiß, dass er bis zum Ausscheiden weiter „dranbleibt“ und mit Interesse beobachten wird, wer sich als Nachfolger oder Nachfolgerin positionieren könnte.


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