„Dankbares Lächeln“ Felix und Salzert halten Senioren im Speller Pflegeheim fit

Von Heinz Krüssel

Helga Salzert (rechts) animiert die Senioren bei den Gymnastikübungen zum Mitmachen . Foto: Heinz KrüsselHelga Salzert (rechts) animiert die Senioren bei den Gymnastikübungen zum Mitmachen . Foto: Heinz Krüssel

Spelle. „Heute werden wir wieder richtig sportlich“, kündigt Jutta Felix eine abwechslungsreiche Gymnastikstunde im Altenpflegeheim St. Johannesstift in Spelle an. 20 Senioren haben sich dazu im Gemeinschaftsraum eingefunden, um sich durch diverse Übungen fit zu halten.

Drei Mal wöchentlich bietet die gelernte Krankenschwester Jutta Felix die stets gut besuchten Gymnastikstunden im Stuhlkreis an. Unterstützt wird sie dabei dienstags und freitags bei jeweils zwei Gymnastikgruppen von Helga Salzert. Sie macht sich wie insgesamt 84 Ehrenamtliche im Speller Alten- und Pflegeheim nützlich. Zudem fungiert sie noch ehrenamtlich als Familienpatin beim SKF in Lingen. Zusammen bilden Salzert und Felix ein Team – zum Wohle der Bewohner.

Die Gymnastikübungen haben das Ziel, die Teilnehmer im Alter von 68 bis „fast 100 Jahren“ körperlich und auch geistig fit zu halten. „Alterspräsidentin“ ist an diesem Tag Agnes Senker mit 98 Lebensjahren. Eine Umfrage in der Runde ergibt, dass fünf Teilnehmer über 90 Jahre alt sind; die meisten haben bereits ihren 80. Geburtstag gefeiert.

„Ich bin fit“

Voll konzentriert und mit viel Begeisterung folgen sie den Anweisungen ihrer Trainerinnen. Mit dabei ist zudem Schüler Tim Bröker, der während der Ferien zwei Wochen lang ein Praktikum absolviert. Zum Übungsrepertoire gehören Beweglichkeitsübungen ebenso wie Koordinations- und Konzentrationsübungen. Viele Körperteile werden angesprochen: von den Füßen über die Beine bis hin zu den Armen, Händen und Schultern. Auch der Kopf und das Gehirn sind gefragt. In der Abschlussübung bewegen sich die Teilnehmer nach dem Spruch: „Ich bin fit – fit bin ich!“

Lange Selbstversorgung.

Angeboten wird in den Gymnastikstunden auch eine Sturzprophylaxe, um durch richtiges Verhalten Stürze möglichst zu vermeiden. Alle Übungen sind für den täglichen Gebrauch konzipiert, beispielsweise für die Stärkung der Muskulatur. So können die Bewohner sich möglichst lange selbstständig versorgen.

Persönliche Erfahrungen helfen

Das ehrenamtliche Engagement hat Salzert vielfältige neue Lebenserfahrungen gebracht. Bei der Pflege der Eltern und Schwiegereltern habe sie schon die Notwendigkeit erfahren, mit Krankheiten umgehen zu können. Im St. Johannes-Stift gehört auch die Arbeit mit Demenzkranken dazu. „Die alten Menschen geben einem sehr viel zurück, und wenn es nur ein kleines, dankbares Lächeln ist“, stellt die Ehrenamtliche fest.

Unterstützung durch 84 Ehrenamtliche

Dank zollen Felix und Salzert den Verantwortlichen des Hauses, dass sie das Bewegungskonzept finanziell und ideell unterstützen und fördern. Auf die Bedeutung der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter wies Pflegedienstleiter Jens Leitmann in einem Gespräch mit der Redaktion hin. Derzeit leben 74 Bewohner in den Pflegegraden 2 bis 5 im Alten- und Pflegeheim St. Johannes-Stift, einem Haus der St. Martin-Pflege GmbH. 85 Voll- und Teilzeitbeschäftigte versorgen die Bewohner und werden dabei von 84 Ehrenamtlichen unterstützt, die sehr flexibel zur Verfügung stehen. Vielfältig ist das Aufgabenspektrum. Nach Darstellung von Leitmann sind die Begleitdienste zu Gottesdiensten und zu externen Veranstaltungen ein Schwerpunkt. Dazu gehören beispielsweise Besuche im Naturzoo in Rheine, Kegeln, Planwagenfahrten und Spaziergänge, unter anderem zum Heimathaus oder zum Wöhlehof. Mit Unterstützung der Ehrenamtlichen werden plattdeutsche Nachmittage, das offene Singen und das Tanzen im Sitzen organisiert.

Indikator für Qualität

Ein weiterer Baustein sind die Besuchsdienste. Davon profitieren ganz besonders die Bewohner, die keine Angehörigen mehr haben. Gerne von den Bewohnern in Anspruch genommen werden auch die Einkaufsdienste der Ehrenamtlichen.

Abschließend stellt Jens Leitmann fest, dass das Ehrenamt ein Indikator für Qualität ist. Ein Indiz für einen guten Umgang mit alten Menschen sei die Frage, ob Ehrenamtliche in die Arbeit involviert sind. „Dieses ist bei der Auswahl eines Heimes oder Pflegedienstes oftmals ein mitentscheidender Faktor.“


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