Neuer Leiter der Herz-Jesu-Priester Nachfolger von Pater Wilmer aus Schapen gewählt


vb/pm Rom. Kein weißer Rauch, dafür eine schnelle Entscheidung: Der Orden der Herz-Jesu-Priester hat in Rom Pater Carlos Luis Suarez Codorniú zum neuen Generaloberen gewählt. Er ist damit Nachfolger des aus Schapen stammenden Pater Heiner Wilmer, dem künftigen Bischof von Hildesheim.

Von einer „sehr guten Wahl“ spricht Pater Heinz Lau, der als deutscher Provinzial ebenfalls in Rom mitabgestimmt hat. Im Vorfeld der Wahl hatten die über 70 Delegierten aus den Provinzen der Herz-Jesu-Priester diskutiert, was den künftigen Leiter des weltweit wirkenden Ordens auszeichnen solle. „Der Haupttenor war, dass er wie ein guter Vater sein sollte, der zuhört, auf Menschen zugeht und sich traut auch Neues anzustoßen“, sagt Pater Lau. „So wie ich ihn kennengelernt habe, ist er jemand, der das kann. Er wird ein sehr guter Generaloberer.“

„Unser Wunschkandidat“

„Pater Carlos war unser Wunschkandidat“, ergänzt Pater Markus Mönch, der als Delegierter der deutschen Ordensprovinz mitabgestimmt hat. „Es kristallisierte sich schnell heraus, dass er es wird. Wir kennen ihn gut in Deutschland. Er hat vor einigen Jahren in unserem Kloster in Freiburg gelebt und die deutsche Sprache studiert.“

Pater Carlos Luis Suarez Codorniú wurde 1965 auf den Kanarischen Inseln geboren und trat 1984 dem Orden der Herz-Jesu-Priester bei. Sein Theologie- und Philosophiestudium absolvierte er in Salamanca (Spanien) und in Caracas (Venezuela). 1990 wurde er zum Priester geweiht. Zusätzlich studierte er Bibelwissenschaft in Rom und promovierte an der Gregoriana. Der Ordensmann arbeitete unter anderem in Indien, die meiste Zeit wirkte er aber in Venezuela und war dort Rektor am Theologieinstitut Iter und Dekan der Theologischen Fakultät der Katholischen Universität Andrés Bello in Caracas.

Bischofsweihe am 1. September 2018

Anlass für die Neuwahl während des 24. Generalkapitels ist die Bischofsernennung vom emsländischen Pater Heiner Wilmer zum Bischof von Hildesheim. Am 1. September 2018 wird er im flächenmäßig drittgrößten Bistum Deutschlands zum Bischof geweiht und in sein Amt eingeführt. Bis zu seiner Berufung Anfang April 2018 war Wilmer drei Jahre Generaloberer der weltweiten Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche. Von 1998 bis 2007 hatte Wilmer zuvor das Gymnasium Leoninum in Handrup geleitet. Während des noch bis zum 27. Juli laufenden zweiwöchigen Generalkapitels in Rom wird neben dem Nachfolger für Pater Wilmer auch eine neue Generalleitung gewählt. Sie ist sechs Jahre im Amt.


Die katholische Gemeinschaft der Herz-Jesu-Priester wurde von dem Franzosen Leon Dehon (1843-1925) gegründet, von dem auch die Ableitung des Namens Dehonianer stammt. Weltweit gibt es 2300 Ordensangehörige in 42 Ländern, allein 50 an sechs Standorten in Deutschland (Berlin, Freiburg, Handrup/Emsland, Martental/Eifel, Neustadt/Weinstraße und Oberhausen). Sie unterrichten in Schulen, arbeiten in Krankenhäusern, betreiben Bildungsstätten, sind in der Seelsorge tätig, geben Exerzitien und arbeiten in der Mission.

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