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Fachkräftemangel ein Problem Großaufträge in Millionenhöhe für Betonwerk Rekers in Spelle

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Das Betonwerk Rekers in Spelle hat zwei Großaufträge an Land gezogen. Foto: privatDas Betonwerk Rekers in Spelle hat zwei Großaufträge an Land gezogen. Foto: privat

Spelle. Das Betonwerk Rekers in Spelle hat zwei Großaufträge für Betonfertigteile erhalten. Sie umfassen ein Auftragsvolumen von rund 19,5 Millionen Euro. Dabei geht es um die Errichtung einer Industriehalle für den Windkraftanlagenhersteller Enercon in Aurich und um den Bau eines Möbelhauses in Mainz.

„Das sind schöne Aufträge für uns, die die Beschäftigung in unserem Unternehmen über den kommenden Winter hinaus sichern“, sagte der für Betonfertigteile zuständige Abteilungsleiter Leo Rauen in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Rekers beschäftigt an den Produktionsstandorten Spelle, Gelsenkirchen, Groß Ammensleben bei Magdeburg und Nürnberg rund 700 Arbeitnehmer, davon knapp 570 am Standort Spelle. Das Unternehmen hat es geschafft, die Zahl der Beschäftigten auch in den schwierigen Jahren 2009 und 2010 konstant zu halten, als die vorangegangene Wirtschaftskrise mit einer zeitlichen Verzögerung die Betonfertigteilindustrie getroffen hatte.

„Wir haben das ohne Kurzarbeit und betriebsbedingte Kündigungen hinbekommen“, hob Geschäftsführer Christof Rekers hervor. Geschafft worden sei dies durch die Inanspruchnahme von Zeitguthaben, aber auch durch den Ausbau der Aktivitäten in den Geschäftsbereichen Garagen, Betonwaren und Transportbeton.

Allein im ersten Halbjahr 2011 verkaufte Rekers über 3000 Betonfertiggaragen. „Das ist ein Rekordwert für uns“, so der zuständige Abteilungsleiter Ludger Schulte. Nach Zapf in Bayreuth ist Rekers der zweitgrößte Hersteller von Betonfertiggaragen in Deutschland. Der Auftragswert im ersten Halbjahr lag bei über zehn Millionen Euro. Zugute kam Rekers hier, dass der seit Mitte der 90er-Jahre andauernde Abwärtstrend im privaten Wohnungsbau inzwischen gestoppt werden konnte.

Die Auftragsentwicklung sieht das Familienunternehmen als Beleg für die spürbar angezogene Binnenkonjunktur in Deutschland. Die Halle in Aurich dient Enercon für die Herstellung der gigantischen Flügel bei den Windkraftanlagen. Das Gesamtgewicht der von Rekers erstellten Fertigteile beläuft sich auf 50000 Tonnen. 32000 Tonnen sind es beim Möbelhaus in Mainz. Beide Aufträge sollen im Januar/Februar 2012 abgewickelt sein.

In Mainz hatte sich das Betonwerk bereits zuvor verewigt. Das neue Stadion des Fußball-Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 steht quasi auf „Speller Füßen“. Rekers hat in den letzten Jahren für mehrere Stadionneubauten Betonfertigteile geliefert. Das bekannteste Projekt war die Arena AufSchalke. Was den Auftrag in Rheinland-Pfalz anbelangt, überlegt das Unternehmen, den Transport der Fertigteile für das Möbelhaus über firmeneigene Eisenbahnwaggons zu organisieren.

Auch in Polen

Seine Fühler ausgestreckt hat Rekers inzwischen auch nach Polen. Eine dort errichtete Vertriebsgesellschaft machte im ersten Halbjahr 2011 bei Garagen, Winkelstützen und Sonderteilen aus Beton einen Umsatz von 1,5 Millionen Euro. Durch die Unterschiedlichkeit der angebotenen Produkte – vom Pflasterstein bis zur Betonröhre für den U-Bahn-Bau – ist das Unternehmen bei der Akquise von Aufträgen breit aufgestellt.

Trotz der guten Entwicklung gibt es aber auch Sorgen. Es werde zunehmend schwieriger, Fachkräfte im Betonhandwerk zu gewinnen, sagte Rekers. „Wir bekommen über 50 Bewerbungen für den Ausbildungsberuf Industriekaufmann und vielleicht vier für den Betonbauer“, nannte der Geschäftsführer Bewerberzahlen. Hier sei die Branche gefordert, mehr Imagepflege für diesen anspruchsvollen Beruf zu betreiben.


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