56-Jähriger ist guten Mutes Pater Heiner Wilmer aus Schapen wird neuer Bischof von Hildesheim

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Pater Heiner Wilmer aus Schapen wird neuer katholischer Bischof von Hildesheim. Foto: Gemeinschaft der Herz-Jesu-PriesterPater Heiner Wilmer aus Schapen wird neuer katholischer Bischof von Hildesheim. Foto: Gemeinschaft der Herz-Jesu-Priester

Schapen/Hildesheim. Pater Heiner Wilmer aus dem emsländischen Schapen wird neuer katholischer Bischof von Hildesheim. Der 56-jährige Herz-Jesu-Priester aus Rom tritt die Nachfolge von Altbischof Norbert Trelle an.

Das gaben der Vatikan und die Diözese am Freitagmittag zeitgleich bekannt, heißt es in einer Pressemitteilung des Bistums Hildesheim. Der 56-Jährige wird damit Nachfolger des 75-jährigen Bischofs Norbert Trelle, der das Bistum bis zu seinem altersbedingten Rücktritt im vergangenen September geleitet hatte. Seit September 2017 war der Posten vakant.

In Schapen läuteten auf Anweisung von Pfarrer Ludger Pöttering kurz nach 12 Uhr für eine Viertelstunde alle Glocken. Papst Franziskus hatte am Mittwoch Wilmer auf dessen Handy angerufen und dem 56-Jährigen Mut für die neue Aufgabe zugesprochen.

Unserer Redaktion sagte Wilmer am Freitag: „Nachdem ich zunächst völlig überrascht von der Entscheidung war, bin ich jetzt guter Dinge und werde guten Mutes die Herausforderung annehmen, auf die ich mich sehr freue.“ Ein offenes Ohr zu haben, sei für ihn das Wichtigste, betonte der künftige Bischof.

In Schapen im Emsland geboren

Heiner Wilmer wurde am 9. April 1961. Nach dem Abitur im Jahr 1980 trat er in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester ein. Die Ewige Profess legte er 1985 ab. Er studierte von 1981 bis 1986 Theologie in Freiburg und Romanistik in Paris.

Es folgte eine pastoraltheologische Ausbildung im Priesterseminar St. Peter im Schwarzwald, ehe er 1987 in Freiburg zum Priester geweiht wurde. Von 1987 bis 1989 widmete sich Wilmer dem Studium der französischen Philosophie in Rom. 1991 promovierte er in Freiburg in Fundamentaltheologie, ehe er am gleichen Ort bis 1993 Geschichte studierte und anschließend sein Erstes Staatsexamen in Theologie und Geschichte ablegte.

Generaloberer der Herz-Jesu-Priester in Rom

Er war als Referendar am Windthorst-Gymnasium in Meppen tätig und unterrichtete im Anschluss zwei Jahre lang Religion, Geschichte und Politik an der Liebfrauenschule in Vechta. Von 1997 bis 1998 arbeitete er als Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Fordham Preparatory School (Jesuit High School) im New Yorker Stadtbezirk Bronx, ehe er ins Emsland zurückkehrte. Dort wurde er vor allem durch seine Zeit als Leiter des Gymnasiums Leoninum in Handrup zwischen 1998 und 2007 bekannt.

Seit 2015 ist er Generaloberer der Herz-Jesu-Priester in Rom. Diese haben sich laut Bistum Hildesheim die weltweite Mission in Form von Entwicklungshilfe und Bildungsarbeit zur Aufgabe gemacht und wirken in Europa, aber auch in Ländern wie Kamerun, dem Kongo, Südafrika und Brasilien.

Moses-Buch von Heiner Wilmer

Vom künftigen Hildesheimer Bischof sind mehrere Bücher erschienen, darunter „Gott ist nicht nett: Ein Priester auf der Suche nach dem Sinn“ und „Hunger nach Freiheit: Mose – Wüstenlektionen zum Aufbrechen“. Gott als den herausfordernden Begleiter von Mose holt Wilmer dabei immer wieder aus der Exodus-Geschichte in die Gegenwart zurück: Es sei kein Gott der Bequemlichkeit, „der uns in warmen Hauspantoffeln durch das Leben schlurfen lässt“. (Weiterlesen: Moses-Buch von Heiner Wilmer ein Wegweiser durchs Leben)


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