Ausschuss der Samtgemeinde tagt Mehr seniorengerechte Wohnungen in Lünne nötig

Von Ludger Jungeblut


Spelle. In der Samtgemeinde Spelle sollen jetzt die Weichen gestellt werden, damit sich Senioren auch künftig in den Mitgliedsgemeinden Spelle, Schapen und Lünne wohlfühlen. Das wurde in der Sitzung des Umwelt-, Planungs- und Bauausschusses im Rathaus deutlich.

Ausschussvorsitzender Hermann Wilmes (CDU) verwies zu Beginn darauf, dass im vorigen Jahr 20,2 Prozent der Einwohner in Spelle über 60 Jahre alt waren. Dieser Anteil werde sich laut Prognose im Jahr 2030 auf 41 Prozent drastisch erhöhen. Das verdeutliche den Handlungsbedarf. Er dankte der Verwaltung für die umfangreiche Vorlage zum Thema „Herausforderungen und Perspektiven der künftigen Bauleitplanung“, in der auch Möglichkeiten für seniorengerechtes Wohnen aufgezeigt werden.

Bungalowpark interessantes Angebot für Ältere

Erster Samtgemeinderat Stefan Lohaus, der das Dezernat Bau- und Ordnungsverwaltung leitet, verwies beispielhaft auf das Projekt „Bungalowpark Wiesenstraße“ in Spelle mit Grundstücksgrößen zwischen 300 und 500 Quadratmetern. Nach seinen Worten gibt es ältere Menschen, denen nach dem Auszug der Kinder ihr Haus zu groß geworden ist und die deshalb nach einer kleineren Immobilie, wie sie im Bungalowpark angeboten wird, Ausschau halten.

Haus Kerk soll umgebaut werden

Der Erste Samtgemeinderat teilte weiter mit, dass das Speller Bauunternehmen Löcken das denkmalgeschützte Haus Kerk an der Hauptstraße 3 erworben hat. Das Gebäude solle von Grund auf saniert werden. Vorgesehen sei die Bereitstellung von Mietwohnungen. Im hinteren Bereich solle ein Anbau mit Eigentumswohnungen entstehen und zum Kauf angeboten werden.

Zehn Grundstücke im Baugebiet „Kiebitzgasse“ in Lünne

Lohaus und die Ausschussmitglieder waren sich einig, dass in Lünne besonderer Bedarf an Wohnungen im Allgemeinen und an Seniorenwohnungen im Besonderen besteht. Es fehle nicht so sehr an Investoren für altersgerechte Wohnungen, vielmehr sei es noch nicht gelungen, ein passendes, zum Verkauf stehendes Grundstück zu bekommen. Allerdings wurden im Baugebiet „Kiebitzgasse“ zehn Grundstücke in einer Größenordnung zwischen 545 und 892 Quadratmetern zur Verfügung gestellt. Markus Rolink (SPD-Lünner Liste-Gruppe) regte die Gründung einer Stiftung an, um das Wohnungsproblem in Lünne zu lösen.

Geografisches Informationssystem sehr hilfreich

Um Veränderungen beim Wohnraumbedarf rechtzeitig zu erkennen, verwendet die Samtgemeinde das geografische Informationssystem. Das System speist sich aus Daten des Katasteramts und des Einwohnermeldeamtes. Erfreut zeigten sich Wilmes und Lohaus, dass der Raiffeisenmarkt in Lünne mit seinem Sortiment für die Nahversorgung gute Resonanz durch einheimische Käufer findet. Wilmes stellte einen Bringservice für Lebensmittel zur Diskussion, um Senioren mit Mobilitätseinschränkungen zu helfen.

Derzeit kein Bürgerbussystem

Ferner plädierte er wie andere Ausschussmitglieder auch für einen Ausbau des Angebotes „Mittagstisch“.

Lohaus betonte, dass die Samtgemeinde weiterhin alle Anstrengungen unternehme, um den öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern. In der Sitzung wurde bekannt, dass derzeit kein Bürgerbussystem eingerichtet werden kann, weil laut Befragung nicht genügend ehrenamtliche Fahrer zur Verfügung stehen. Zusammenfassend stellte der Erste Samtgemeinderat fest, dass für Pessimismus kein Anlass bestehe: „Es werden wieder mehr Kinder in der Samtgemeinde geboren.“

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