Andrang auf Krippen Alle Plätze in Kitas der Samtgemeinde Spelle belegt

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Für junge Familien ist eine adäquate Kinderbetreuung in der Samtgemeinde Spelle von großer Bedeutung. Foto: Samtgemeinde SpelleFür junge Familien ist eine adäquate Kinderbetreuung in der Samtgemeinde Spelle von großer Bedeutung. Foto: Samtgemeinde Spelle

Spelle. In der Samtgemeinde Spelle sind alle Krippenplätze und Kindergartenplätze belegt. Das hat Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf auf Anfrage der Redaktion mitgeteilt.

In der Samtgemeinde Spelle werden laut Hummeldorf im aktuellen Kindergartenjahr sechs Kindertagesstätten unterhalten, vier in kirchlicher und zwei in kommunaler Trägerschaft. Zusätzlich werden in Schapen und Lünne jeweils eine Großtagespflege durch die Kommune zur Verfügung gestellt. „Somit kann insgesamt 591 Kindern eine Betreuung angeboten werden; hiervon sind 438 Kindergartenplätze und 153 Krippen- beziehungsweise Großtagespflegeplätze.“

Alle Kinder von drei bis sechs besuchen einen Kindergarten

Der aktuelle Auslastungsgrad sowohl im Kinderkrippen- als auch im Kindergartenbereich beläuft sich auf 100 Prozent. Dem Verwaltungschef zufolge liegt im Krippen- und Großtagespflegebereich die Versorgungsquote der unter Dreijährigen bei rund 55 Prozent. Die Tendenz sei steigend. Damit werde die vom Landkreis Emsland empfohlene Versorgungsquote erreicht. Aktuell besuchen alle Kinder von drei bis sechs Jahren einen Kindergarten.

Weitere 15 Krippenplätze zum 1. August

Auch für das kommende Kindergartenjahr haben die Anmeldezahlen ergeben, dass alle Kinderkrippen- und Kindergartenplätze vergeben sind und somit erneut eine Vollauslastung erreicht wird. Zusätzlich werden zum 1. August 2018 weitere 15 Kinderkrippenplätze in Spelle zur Verfügung gestellt. „Allen Kindern kann zum 1. August ein Betreuungsplatz zur Verfügung gestellt werden“, versicherte der Samtgemeindebürgermeister.

Zehn Kinder besuchen Schulkindergarten in Schapen

Wie Hummeldorf weiter mitteilte, besteht seit 1990 in Schapen für den Bereich der Samtgemeinde Spelle ein Schulkindergarten. „Aktuell besuchen diese Einrichtung zehn Kinder, deren Schuleignungsprüfung ergeben hat, dass ein Schulbesuch noch nicht empfehlenswert ist.“

Planung wird durch Vorgabe des Landes sehr erschwert

Laut Beschluss des Kultusausschusses des Landtages vom 16. Februar 2018 können Eltern, deren Kinder zwischen dem 1. Juli und 30. September das sechste Lebensjahr vollenden, künftig bis zum 1. Mai ohne Begründung einen Antrag stellen, dass ihr Kind von der Einschulung für ein Jahr zurückgestellt wird. Das habe zur Folge, dass eine Planung der Kindergartenplätze sehr erschwert werde, meint Hummdelorf. Darüber hinaus sei auch die Anzahl der Einschulungskinder starken Schwankungen unterworfen, sodass eine fundierte Planung der Schulklassenverbände dann nicht mehr möglich sein werde.

Räume für weitere Kindergartengruppen denkbar

Hummeldorf: „Von dieser Gesetzesänderung können für das aktuelle Kindergartenjahr in der Samtgemeinde – auch wenn hiervon nicht auszugehen ist – 48 Kinder betroffen sein, für die wir theoretisch jeweils Plätze vorhalten müssten. Aufgrund der aktuellen Anmeldesituation müssten dann Räume für weitere Kindergartengruppen geschaffen werden.“

Unterhaltungskosten der Kitas belaufen sich auf 5,4 Millionen Euro

Dem Verwaltungschef zufolge belaufen sich aktuell die jährlichen Unterhaltungskosten der Kitas in der Samtgemeinde Spelle ingesamt auf rund 5,4 Millionen Euro. Die mit der Gesetzesänderung verbundenen Auswirkungen für Kommunen seien noch nicht abschließend abzusehen, könnten jedoch fatale und vielseitige Auswirkungen mit einer enormen finanziellen Belastung haben.

„Kommunen dürfen nicht die Kosten für die Versprechen des Landes tragen“

„Daher ist die Forderung des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes zu begrüßen, wonach das Land zwei Drittel der Kosten zu tragen hat und der Rest zwischen Landkreis und Kommune aufgeteilt wird“, betonte der Samtgemeindebürgermeister und fügte hinzu: „Es darf nicht soweit kommen, dass die Kommunen die Kosten für die Versprechen des Landes tragen müssen.“

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