Bündel von Maßnahmen Krone in Spelle wirbt erfolgreich um Fachkräfte

Meine Nachrichten

Um das Thema Spelle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Franziska Berger aus Rheine hat im Sommer letzten Jahres ihre Ausbildung zur Industriemechanikerin bei Krone in Spelle absolviert. Foto: KroneFranziska Berger aus Rheine hat im Sommer letzten Jahres ihre Ausbildung zur Industriemechanikerin bei Krone in Spelle absolviert. Foto: Krone

Spelle. Das Problem des Fachkräftemangels stellt sich in der Landmaschinenfabrik Krone in Spelle nicht. Der Grund: Das Unternehmen schafft es nach eigenen Angaben erfolgreich, durch eine Vielzahl von Maßnahmen seine Attraktivität als Arbeitgeber herauszustellen.

Welche das im Einzelnen sind, erläuterten der Geschäftsführende Gesellschafter Bernard Krone, Personalleiter Klaus Reinhardt, Hanna Busmann und Stefanie Brink, ebenfalls aus dem Personalbereich, und Betriebsratsvorsitzender Josef Stöckel am Donnerstag in einem Pressegespräch.

Das Unternehmen verzeichnet im Durchschnitt der letzten Jahre pro Ausbildungsjahr deutlich über 800 Bewerbungen. 811 waren es im vergangenen Jahr gegenüber 489 im Jahr 2008. Aktuell arbeiten 111 Auszubildende und dual Studierende bei Krone: elf in der kaufmännischen Ausbildung, 75 in der gewerblich-technischen und 25 in der kaufmännisch-technischen Ausbildung. Die Zahl der Bewerber und Bewerberinnen ist demnach deutlich höher als diejenige der Azubis pro Jahrgang, wobei es Unterschiede in den einzelnen Berufsgruppen gibt. Das Interesse im kaufmännischen Bereich ist größer als im gewerblich-technischen. Weibliche Fachkräfte sind in den kaufmännischen Berufsfeldern stark vertreten, in der gewerblich-technischen Ausbildung bei Krone aber nur zu drei Prozent. „Hier werden wir künftig noch stärker den Fokus darauf legen, diese Zahl zu erhöhen“, sagte Krone. Moderne Fertigungsanlagen seien weder laut noch dreckig und keine schweißtreibende Arbeit. Sie sei für beide Geschlechter geeignet.

Auf allen Werbefeldern unterwegs

Um die vielfältigen Berufsfelder in der Landtechnik bei Krone jungen Menschen näher zu bringen, ist das Unternehmen auf allen Werbefeldern unterwegs - bis hin zu Kinospots und „Krone T-Vision“ auf der Videoplattform You Tube. Brink und Busmann beschrieben die „Krone Young Professionals Tour“ mit dem Besuch von Schulen und Ausbildungsmessen, verwiesen auf über 100 Schülerpraktikanten pro Jahr und verschiedene Maßnahmen zur Personalentwicklung. Dazu zählen auch spezielle Trainee-Programme für Hochschulabsolventen sowie Schulungen von Führungskräften. „Wir haben aber auch nicht dem Reflex nachgegeben, einfachere Tätigkeiten bei uns zu verlagern, sondern haben sie im Betrieb gehalten“, sagte Krone. Dies ermögliche auch älteren Arbeitnehmern oder solchen mit Handicaps eine Beschäftigung. Die Schwerbehindertenquote im Unternehmen liegt bei 6,5 Prozent, gesetzlich vorgeschrieben sind fünf.

Ziel sei es, Fachkräfte auszubilden und zu halten, betonte der Unternehmer. Dazu gehören auch Angebote, um das Verhältnis von Arbeit und Freizeit im Gleichgewicht zu halten. Dazu zählt die Gesundheitsförderung ebenso wie Sozialberatung und Kinderferienbetreuung. Regelmäßige Mitarbeiterbefragungen geben das Stimmungsbild im Betrieb wieder.

Das Unternehmen zahle gute Löhne und Gehälter, wobei es beim Thema Fachkräftemangel bzw. deren Bindung nicht nur um Geld gehe, sagte Krone. Das Gesamtpaket vor Ort und in der Region müsse stimmen. Im Speller Unternehmen mit seinen über 2000 Beschäftigen sind nach Angaben von Betriebsratsvorsitzender Stockel auch Zeitarbeiter beschäftigt. Nach 15 Monaten verdienen sie das gleiche Geld wie die Belegschaft. 80 bis 90 Prozent werden übernommen. Die Zeitarbeit eröffne auch Menschen eine Festanstellung, die bei einer Bewerbung direkt an Krone nicht genommen worden wären, sagte Personalleiter Klaus Reinhardt. Er berichtete von einem Arbeitnehmer mit vielen Brüchen in der Biografie, der sich aber im Unternehmen bewährt habe und geblieben sei.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN