Starker Nachwuchs beim Karneval Franz Wilde ist Ritter im Königreich Venhaus

Von Heinz Krüssel


Spelle. Das Königreich Venhaus hat jetzt einen Ritter: Franz der Wilde von Schotter und Knete. In der 28. Sitzung des „Karnevalsclub Gräftlinge Venhaus“ (KCG) haben die Jecken die langjährigen Verdienste von Gründungsmitglied Franz Wilde um den Karneval mit dem Ritterschlag gewürdigt.

In zwei ausverkauften Veranstaltungen feierte der KCG unter dem Motto „Zirkus“. Entsprechend präsentierte sich Sitzungspräsident Udo Haking als Zirkusdirektor, der mit seiner Peitsche zeigte, wer Chef in der Manege ist: Elferrat, Akteure und Publikum gehorchten ihm aufs Wort. Die fast fünf Stunden dauernde Prunksitzung wurde ausschließlich von Eigengewächsen gestaltet. Viele neue Gesichter waren auf der Bühne zu sehen und auch die jungen Leute waren bei Tanz, Gesang, Büttenreden und Sketchen stark vertreten.

Den Auftakt machten traditionell die Konfetti-Kids. Die Grundschüler hatten wieder einige akrobatische Tänze einstudiert. Viel Beifall gab es bei der namentlichen Vorstellung insbesondere für die wenigen Jungs im ansonsten von Mädchen dominierten Ensemble. Ihr tänzerisches Können zeigten zudem die „Burggarde“ und die „Grashüpfer“ sowie die „Sexy Fire Fighters“. Als Vertreter der tanzenden Feuerwehrleute kündigte Matthias Rauen den letzten Auftritt der Gruppe an. „Wir sind inzwischen in einem Alter angekommen, wo „sexy“ nicht mehr so richtig zu uns passt.“ Rauen zeigte sich überzeugt, dass es wohl eine Nachfolgetruppe geben werde. Das Publikum dürfe sich dann sicherlich auf knackige junge Körper freuen. Das Programm wird seit Jahren von der KLJB mitgestaltet, die in diesem Jahr eine Gruppentherapie für die Wochentage durchführte. Für Stimmung sorgten 13 Akteure: Sie luden das Publikum bei einer „Hitparade“ zum Mitsingen ein.

Wer sägt am Stuhl des Bürgermeisters?

Über ihre Lebenserfahrungen berichteten Barbara Beine und Annette Jungehüser. Sie kannten sich gut aus, wenn es um Kur, Urlaub oder Shoppen ging. Doch zunächst begrüßten die beiden

Samtgemeindebürgermeister Bernd Hummeldorf und Bürgermeister Andreas Wenninghoff: „Die sitzen seit Jahren auf dem gleichen Platz – wie angetackert.“ Und wie es der Zufall wollte, brach in dem Moment der Stuhl von Bürgermeister Wenninghoff krachend auseinander. Wen wundert es, dass sogleich die Frage aufkam: „Wer hat am Stuhl des Bürgermeisters gesägt?“

Star in der Venhauser Bütt ist seit Jahren Gerd Berghaus, der das Publikum immer wieder mit Wissenswertem aus Venhaus und Drumherum überrascht. Die Kommunalpolitiker wurden aufgefordert, in Venhaus einen Halt einzulegen, wenn sie mit der mit Geld gefüllten Schiebkarre vom Hafen Venhaus zum Rathaus in Spelle schieben. Mit großem Bedauern habe man die Versetzung von Pastor Daniel Brinker nach Osnabrück zur Kenntnis genommen. Wenn der Geistliche am Ende seines Lebens vor dem Himmelstor steht, werde Petrus Brinker, so Berghaus, den Zutritt mit der Begründung verweigern: „Du hast sieben Jahre im Paradies in Venhaus gelebt.“

Mit Luisa Haking, Emma Rauen und Gesa Brandstrup standen drei Mädchen erstmals in der Bütt. Die „Jungjägerinnen“ erzählten, was sie in ihrem jungen Jägerleben schon so alles erlebt hatten. Ob alles der Wahrheit entsprach? Ein bisschen Jägerlatein war sicher auch dabei. Es war ein toller Vortrag der drei Talente in der Bütt und wurde mit viel Applaus und einer „Rakete“ bedacht. Als großes Talent in der Bütt entpuppte sich ebenfalls Mark Böker, der als Geheimagent in der Samtgemeinde unterwegs war und die Erkenntnisse für Venhaus zu nutzen wusste. Die Narrenschar war sich einig: „Das war Spitze!“