„Ein Kirchenmann zum Anfassen“ Pfarreiengemeinschaft Spelle verabschiedet Pastor Brinker



Spelle. Ganz nahe bei den Menschen, dazu fest verwurzelt im Glauben und längst auch in der Pfarreiengemeinschaft Spelle-Schapen-Lünne-Venhaus ist Pastor Daniel Brinker in der prall gefüllten und bannergeschmückten St. Johannes Pfarrkirche in Spelle feierlich verabschiedet worden.

Über mehr als sieben Jahre des segensreichen Wirkens waren der Propst-Sandtel-Platz und der Burgpark im „Königreich Venhaus“ das Zuhause des 44-jährigen Geistlichen, der vom Bischof jetzt in die neu entstandene Pfarrei St. Joseph im Süden Osnabrücks versetzt wurde. So betonte Daniel Brinker in Spelle voller Überzeugung und nicht ohne Stolz vor einer großen Glaubensgemeinschaft, die ihm aufrichtigen Dank und herzliche Wertschätzung entgegenbrachte: „Das schönste Pfarrhaus im ganzen Bistum steht in Venhaus und ich wohne nicht in, sondern auf Venhaus.“

Nachfolger wird Pastor Hubertus Schnakenberg

Dies tut er auch noch bis zu seinem Umzug nach Osnabrück Mitte März, aber sein vielfältiger und den Menschen stets zugewandter Dienst in der Pfarreiengemeinschaft ist bereits zu Ende gegangen. Sein Nachfolger wird Pastor Hubertus Schnakenberg. Daniel Brinker sagt rückblickend dankbar: „Vieles konnte ich nur tun, weil es viele mit mir gemeinsam getan haben.“

So feierte der Pastor mit Herz und Humor ein letztes Mal gemeinsam mit Pfarrer Ludger Pöttering, Pfarrer i. R. Joachim Kern, Pater Joshy, Diakon Johannes Hartmann und zahllosen Gläubigen die Heilige Messe in Spelle: „Ich mag den Duft des Weihrauchs, aber auch den der Schützenfestzelte. Ich mag den Duft der Kirchen, aber auch den der Karnevalssäle“, nahm der Theologe und Religionspädagoge in seiner Predigt Bezug auf das von ihm nur zu gerne angenommene Wort von Papst Franziskus, „dass der Hirte den Geruch seiner Schafe annehmen muss“. Brinkers Wunsch an seine Schäfchen: „Gott ist allgegenwärtig. Erzählt von Gott, lasst ihn lebendig und mitten unter euch sein – nicht nur in der Kirche, sondern in allen Situationen der Menschen und des Lebens.“

Behütet auf allen Wegen

Ein sehr emotionaler Moment war es, als Sangesstarke aus allen vier Mitgliedsgemeinden ihre Stimmen unter der Leitung von Andrea Wassenberg in einem beeindruckenden Chor zu dem einen Wunsch vereinten: „Sei behütet auf deinen Wegen“.

Bezugnehmend auf die Bedeutung des Namens „Daniel – Gott ist mein Richter“ äußerte Pfarrer Ludger Pöttering seine Anerkennung vor seinem langjährigen Kollegen: „Gott ist gerecht und auch du bist den Menschen unserer Pfarreiengemeinschaft mit all ihren Anliegen und Bedürfnissen in vielfältiger und gottgefälliger Weise gerecht geworden. Du kannst in ganz wunderbarer Weise von Gott erzählen und gibst so auch in der Seelsorge stets Zeugnis von Glaube, Hoffnung und Liebe, die in Gott begründet sind.“ 

Ein „Pfarr-Administrator“

Für alle vier Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte erinnerten Hans-Dieter Heet und Karl-Heinz Föcke mit viel Witz an noch mehr unvergessene Momente mit Daniel Brinker. Beispielhaft nannten sie seine Bereitschaft, trotz seiner zusätzlichen Aufgabe als BDKJ-Diözesanpräses als „Pfarr-Administrator“ die pfarrlosen Zeiten überbrückt zu haben, den 2005 in Spelle gestarteten Auftakt des Dreikönigssingens mit 700 Sternsingern, die grandiosen Büttauftritte als Haushälterin Stina, den guten Draht zur Jugend, den gemeinsamen Mittagstisch oder die beiden großen Wallfahrten nach Rom und in die Toskana.

Zapfenstreich vor der Kirche

Die Feststellung „Wir werden dich alle schmerzlich vermissen!“ bestätigte auch Samtgemeindebürgermeister Bernhard Hummeldorf, der den Abschied von Daniel Brinker als „nicht leicht, aber leider alternativlos“ bezeichnete. Mit einem Zapfenstreich überraschte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Spelle-Venhaus „ihren“ Pastor vor der Kirche, bevor es in der Arche noch viel Raum für die Begegnung mit Daniel Brinker gab – ein Kirchenmann zum Anfassen.


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