Ein Artikel der Redaktion

Straßenmeisterei nennt Gründe Bäume gefällt: Kahlschlag sorgt für Unmut in Börger

Von Christian Belling | 29.12.2016, 18:03 Uhr

„Es wirkt radikal und recht willkürlich“. Gemeinderatsmitglied Ansgar Kossen spricht aus, was in diesen Tagen viele in Börger mit Blick auf die Seitenränder der Ortsausgangsstraßen in Richtung Werpeloh und Breddenberg denken. Die Straßenmeisterei hat mehrere Dutzend Bäume fällen lassen.

„Es sieht wüst aus und ist auch innerhalb des Ortes Gesprächsthema“ so CDU-Fraktionschef Kossen. Gerade deshalb, weil die Gemeinde einen vorsichtigen Umgang mit dem Baumbestand vorgebe. „Wir sagen jedem der vorhat einen Baum zu fällen, dass er noch mal überlegen sollte, ob es wirklich notwendig ist.“ Von daher herrsche laut Kossen Irritation aufgrund der Baumfällaktionen an den beiden Landesstraßen. „Wenn es gute Gründe dafür gibt, haben wir Verständnis. Was uns aber besonders verwundert, ist die Radikalität.“

Dies hat auch bereits Gemeindedirektor Johannes Müller (SPD) auf den Plan gerufen. „Da es sich dabei nicht um Gemeindestraßen handelt, ist auch nicht die Gemeinde für den Beschnitt zuständig“, stellt er klar. Vor wenigen Tagen habe er sich bereits bei der zuständigen Straßenmeisterei nach der Notwendigkeit der „rabiaten Arbeiten“ erkundigt. Diese habe ihm plausible Gründe nennen können, die er auch nicht anzweifele. „Das würde ich mir nicht anmaßen. Sie sind die Experten“, so Müller. Dennoch habe er Verständnis für den Unmut im Ort. „Es ist zweifelsohne ein Eingriff in das Landschaftsbild.“

„Börger hat es in diesem Jahr extremer getroffen“

Das streitet Ernst Kock, Leiter der Straßenmeisterei in Papenburg, auch nicht ab. „Börger hat es in diesem Jahr extremer getroffen als in den Vorjahren.“ Auf Anfrage unserer Redaktion nennt er Gründe für den Kahlschlag an den Landesstraßen. „In Richtung Breddenberg stehen viele Kiefern am Straßenrand, die uns in den letzten Wintern große Probleme bereitet haben.“ Laut Kock hingen bei den Nadelbäumen oft die Kronen über die Fahrbahn. Diese seien ebenso wie Äste häufig bei Schnee aufgrund der Last auf die Straße gefallen und hätten für gefährliche Situationen gesorgt. Daher seien vorbeugende Maßnahmen nötig gewesen.

150.000 Euro für neue Pflanzen im Altkreis

Auch das Fällen der Baumgruppe an der Sögeler Straße in Richtung Werpeloh war nach seinen Worten notwendig. „Hier haben wir das Stammholz entnommen, damit weicheres Buschholz hochkommen kann.“ Generell stellt Kock klar, dass kein einziger Baum wahllos gefällt oder beschnitten werde. „Wir haben Experten, Kontrolleure und Landespfleger, denen auch wir Rechenschaft ablegen müssen.“

Zudem würden im Gegenzug zu den Fällaktionen auch wieder Aufforstungen durchgeführt. „Allein in diesem Herbst und Winter haben wir im Altkreis Aschendorf-Hümmling 150.000 Euro für Pflanzaktionen und Pflegemaßnahmen ausgegeben“, so Kock. Als Beispiele nannte er etwa 100 Eichen, die zwischen Lorup und Vrees gepflanzt wurden sowie 14 neu aufgeforstete Bäume zwischen Börger und Börgerwald.