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In Sögel kein Unbekannter Marstall Clemenswerth: Nachfolger von Christian Thien steht fest

Von Christian Belling | 24.12.2021, 17:33 Uhr

Wer folgt Christian Thien auf dem Chefsessel der Jugendbildungsstätten Marstall Clemenswerth in Sögel und dem Jugendkloster Ahmsen? Mehrere Wochen war dies offen. Jetzt steht der Nachfolger fest.

Dass im Marstall und dem Jugendkloster ein Leitungswechsel ansteht, ist seit Mitte November bekannt . Der bisherige Geschäftsführer Thien hatte der Öffentlichkeit vor sechs Wochen mitgeteilt, dass er nach neun Jahren das Haus verlassen und zum 1. März 2022 neuer Leiter des Kompetenzfeldes „Berufliche Qualifizierung und Teilhabe am Arbeitsleben“ im Vitus-Werk in Meppen wird. Unmittelbar im Anschluss schrieb der Trägerverein die neu zu besetzende Stelle der Geschäftsführung der überverbandlich wirkenden katholischen Bildungsstätte der Diözese Osnabrück öffentlich aus.

Wie Thomas Hanenkamp, Referent des Generalvikars im Bistum Osnabrück, bei einem Pressegespräch mit Marstall mitteilt, habe sich der Vorstand des Trägervereins bewusst für eine öffentliche Ausschreibung entschieden. "Wir wissen um die große Lücke, die Christian Thien hinterlässt und wollen das Beste für das Haus erreichen", so Hanenkamp. Nach seinen Worten seien viele gute Bewerbungen eingegangen. "Wir hatten die Qual der Wahl."

Was im Bewerbungsverfahren überzeugte

Schlussendlich kam der Vorstand aber zu einem einstimmigen Votum für einen Bewerber, der in Sögel und Ahmsen kein Unbekannter ist und bereits Stallgeruch hat. Michael Engbers wird zum 1. März 2022 neuer Leiter und Geschäftsführer des Marstalls und des Jugendklosters. "Er hat die Innenansicht und bringt dennoch neue Ansätze mit. Diese Kombination hat uns überzeugt", begründet Hanenkamp die Wahl.

Engbers ist seit 2017 im Verein tätig und war zuletzt mit der stellvertretenden Leitung im Jugendkloster Ahmsen betraut, dessen Aufbau er mitgestaltete. Zu Beginn des neuen Jahres wird der in Börger lebende 29-Jährige sein Büro im Marstall beziehen und für beide Häuser verantwortlich sein.

"Wir wissen, dass das Haus, das unter der Leitung von Christian Thien eine enorme Entwicklung genommen hat, bei Ihnen in guten Händen ist", so Erster Kreisrat Martin Gerenkamp. Er sei sicher, dass Engbers neben der inhaltlichen Führung auch die wirtschaftliche Komponente beherrsche. "Er steht zudem für Kontinuität in einem Haus, das viel mehr ist als irgendeine Einrichtung. Hier wird ein gewisser Geist und Spirit gelebt", lobt Gerenkamp die Arbeit des bundesweit anerkannten Bildungsträgers.

Engbers selbst weiß nach eigenem Bekunden um die großen Fußstapfen, die sein Vorgänger hinterlasse. "Ich freue mich aber auf die Herausforderung und bedanke mich für das Vertrauen." Mit insgesamt 200 Betten, mehr als 50 Mitarbeitern und zahlreichen nebenamtlichen Helfern ist der Verein das größte Bildungshaus im Bistum Osnabrück. "Zuallererst wird es natürlich auch weiterhin darum gehen, weiter gut durch die Pandemie zu kommen, die wie noch immer vor der Brust haben", betont Engbers.

Vor der Pandemie verzeichneten die beiden Bildungsstätten stark steigende Gästezahlen . Mit jeder neuen Corona-Welle folgte aber ein Einbruch der Teilnehmer- und Übernachtungszahlen . "Sobald wir wieder dürfen, legen wir mit unserem starken Team auch wieder los", so Engbers, der mit Blick auf die neuerlichen Einschränkungen von einer Verlängerung der finanziellen Rettungspakete des Staates ausgeht.