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Sessionsorden für Anita Albers Narren in Börger überzeugen mit Witz und Schadenfreude

Von Jennifer Kemker, Jennifer Gansefort | 19.02.2017, 11:12 Uhr

Die heiße Phase der fünften Jahreszeit haben die Narren in Börger am Freitagabend mit ihrer Prunksitzung mit Witz und Humor im Jugendheim eingeleitet. Am gesamten Wochenende erwartete die Kolpingsfamilie bis zu 400 Gäste. In dem knapp vierstündigen Programm musste wie in jedem Jahr die große Nachbargemeinde Sögel den einen oder anderen Seitenhieb einstecken.

Gleich zu Beginn des Programms gab es eine Kampfansage: „Nicht nur Sögel kann Karneval feiern, auch Börger“, versprach Helmut Grote. Seit vielen Wochen würden die Akteure bereits proben.

Der erste Auftritt begann mit einer Premiere. Oder wie Grote es ausdrückte: „Ein bekanntes Gesicht in neuer Rolle“. Sänger Thomas Terhalle machte als Hans Albers mit seinen Damen eine gute Figur auf der Bühne. Nicht nur für die Ohren, sondern auch für die Augen war die Show ein närrischer Augenschmaus.

In welcher Märchengeschichte sich die Schauspieler in der Nervenheilanstalt „Zum Glück“ in ihrem Theaterstück befanden, wussten sie selbst nicht. Auf der Bühne traf Rumpelstilzchen auf die böse Hexe, Schneewittchen, Hänsel und Gretel, den Hutmacher und sogar Robin Hood. Der Erzähler der Geschichte, Markus Klaas, war sich sicher, „und wenn sie nicht ruhiggestellt wurden, fantasieren sie noch heute.“

Im vergangenen Jahr hatte „Die wilde Hilde“ laut Andreas Albers, der durch das Programm führte, noch ihren Mann dabei, der nun seine Zeit in der Kur verbringt. Hilde sah aber nur das Positive. „Ein Gutes hat die Kur: Die setze ich als Altbausanierung ab“, freute sie sich. Kein Blatt nahm sie vor den Mund, als sie von ihrem chaotischen Leben erzählte.

Das Dorfleben der Gemeinde Börger war auf der vergangenen Prunksitzung das Thema von „Juke und Pajatz“ gewesen. „Heute präsentieren sie im selbstkomponierten Lied, was man alles in Börger feiern kann“, kündigte Albers das Trio, bestehend aus Markus Klaas, Tim-Matthis Terhalle und Thorsten Janßen, an. Außer dem Tanz in den Mai, dem Fußballturnier, Schützenfest, Karneval, Jugend- und Sportlerball bewiesen die Börgeraner Durchhaltevermögen in Sachen Feiern.

„Alles kann, nichts muss“, war das Motto der Patienten im Wartezimmer der Schönheitsfarm „Extrem Schön“. Während sie warteten, redeten die vier „Schönheiten“ über Tratsch und Klatsch in Börger und der Umgebung. Natürlich kam auch Sögel dabei nicht ganz so gut weg.

Überdies bot der Börgeraner Karneval viel Humor und Schadenfreude. Die drei Urgesteine „Dai drei Wiesen ut dat Borger-Land und Tante Taite ähren Batterkoken“ tratschten, natürlich auf Platt, über die aktuellen Tagesthemen. In der Parodie über Howard Carpendale „Denn südafrikanischen Stelzbock und siene Postloapers“ begeisterten das Publikum.

Der diesjährige Orden ging an Anita Albers, die als wichtigste Person im Hintergrund für Ordnung sorge. Kreativ arbeitet sie seit Jahren mit an der Kostümanfertigung und betreute zudem lange die Tanzgruppe.