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Schwierige Suche 25.000 Euro: Börger lockt neuen Apotheker mit Zuschuss

Von Christian Belling | 24.10.2017, 17:29 Uhr

Die Gemeinde Börger hat einen finanziellen Anreiz für die Ansiedlung eines neuen Apothekers geschaffen. Einstimmig votierte der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung für einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 25.000 Euro.

Damit folgte der Rat einem gemeinsamen Antrag der SPD- und UWG-Fraktion. Der Zuschuss ist an die Bedingung geknüpft, eine Apotheke in Börger mindestens fünf Jahre zu betreiben. Sollte das Geschäft vorzeitig geschlossen werden, wird eine anteilige Rückzahlung fällig. Wie aus dem Antrag weiter hervorgeht, sei eine Apotheke zur Sicherung des Gesundheitsstandortes Börger mit dem St.-Josef-Stift sowie einer Hausarzt- und Zahnarztpraxis unverzichtbar.

„Es fehlt was in Börger“

Ohne Apotheke ist die Hümmlinggemeinde seit Ende August. Aus Altersgründen schloss Hermann Rehbock sein Geschäft an der Sögeler Straße. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich schwierig. Solange die Suche läuft, können die Börgeraner eine eingerichtete Rezeptsammelstelle nutzen. Dabei handelt es sich um einen umfunktionierten Briefkasten am Gebäude der bisherigen Apotheke. Hier können Rezepte eingeworfen werden, die Apotheken aus Sögel zwei mal am Tag von abholen. Die Medikamente werden zum Teil noch am selben Tag direkt nach Hause geliefert. Fraktionsübergreifend herrscht Einigkeit, dass dies aber keine Dauerlösung werden soll. „Durch den Wegfall der Apotheke ist ein kleines Loch entstanden. Es fehlt was in Börger“, machte UWG-Ratsherr Hermann Wöste während der Ratssitzung deutlich.

Summe kann nachverhandelt werden

Wie SPD-Fraktionsvorsitzender Hans-Hermann Rolfes mitteilte, sollen die 25.000 Euro eine „direkte Hilfe“ für den neuen Apotheker sein. „Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Summe aufzustocken und nachzuverhandeln“, so Rolfes. Andreas Jansen von der CDU-Fraktion stellte klar, dass die Christdemokraten auch bereit wären, direkt eine höhere Summe in die Hand zu nehmen. „Wir stimmen aber dem Vorschlag von SPD und UWG zu und sehen darin einen ersten Schritt“, so Jansen. Er forderte den Rat gleichwohl auf, sich generell mit der medizinischen Versorgung in Börger auseinanderzusetzen. Jansen: „Wir wollen ein Gesamtkonzept für den Ort.“

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