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Schwester Jacintha ausgezeichnet Emsland-Medaille für Menschlichkeit und Toleranz

Von Jennifer Gansefort | 11.10.2015, 20:26 Uhr

Für ihre eindrucksvolle Arbeit, die Erinnerung an die Geschichte der Emslandlager in der Gedenkstätte und im Kloster in Esterwegen wach zu halten, hat Landrat Reinhard Winter die Emsland-Medaille an Schwester M. Jacintha Altenburg auf Schloss Clemenswerth in Sögel verliehen.

Darüber hinaus leistete Leiterin des Konvents der Mauritzer Franziskanerinnen mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zur deutsch-niederländischen Verständigung. „Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion um die Aufnahme von Flüchtlingen gelingt es Schwester Jacintha mit ihrem Engagement im Kloster Esterwegen für Toleranz und Mitmenschlichkeit zu werben“, sagte Winter in seiner Laudatio.

Seit 2007 habe Schwester Jacintha einen wesentlichen Anteil daran, dass sich die Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Gedenkstätte Esterwegen, dem Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager sowie dem Orden der Franziskaner über viele Jahre vertrauensvoll und erfolgreich entwickeln konnte. Genau das war nach den Worten des Landrates der Gedanke bei der Einrichtung der Gedenkstätte – einen würdigen Platz der Erinnerung an das Leiden der Häftlinge zu schaffen und möglichst viele Menschen anzusprechen, um langfristig in die Zukunft zu wirken.

Über sich selbst schreibt Schwester Jacintha auf der Homepage des Klosters: „Seit Mai 2007, als das Kloster Esterwegen gegründet wurde, bin ich hier. Ich spürte, dass Veränderung dran war und so entschied ich mich für das Kloster in Esterwegen. Denn dieser Sendungsauftrag passt zu mir – sich selbst für Würde und Gerechtigkeit einzusetzen, auch an diesem Ort, wo so viel Unbegreifliches stattgefunden hat.“

Der Generalvikar Theo Paul sagte über die Arbeit der Ordensschwester: „Das Kloster ist ein Ort geworden, wo Menschen von nah und fern kommen, die ein Dach und Mauern für ihre Seele suchen.“ „Ich bin stolz, dass ich die Medaille stellvertretend für die Menschen annehmen kann, die so unbegreiflich gelitten haben“, bedankte sich Schwester Jacintha für die Auszeichnung.

Zum Ende des Monats wird Schwester Jacintha aber laut Winter in den Ruhestand gehen. „Ich freue mich, dass Ihnen zum Abschluss Ihrer so wichtigen Arbeit noch einmal eine so bedeutende Auszeichnung zuteil wird“, sagte Winter.

Nun reiht sich Schwester Jacintha als weitere herausragende Persönlichkeit in den auserwählten Kreis ein, die die Emsland-Medaille überreicht bekommen haben. Verliehen wird die Medaille laut Winter an Personen, die sich um den Landkreis Emsland in außergewöhnlichem Maße verdient gemacht haben. Aktuell seien 17 Emsland-Medaillen vergeben.

Der Papenburger Werftchef Bernard Meyer war neben Schwester Jacintha auch für die Emsland-Medaille vorgeschlagen worden. Meyer lehnte die Auszeichnung aber aufgrund der politischen Diskussionen über die Standortverlegung des Werftfirmensitzes nach Luxemburg ab.