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„Ohne Not Schwierigkeiten erzeugt“ Seniorenwohnanlage in Sögel: SPD kritisiert fehlende Kommunikation

Von Christian Belling | 14.03.2017, 16:13 Uhr

Der SPD-Ortsverein Sögel kritisiert die Verwaltung aufgrund der aus ihrer Sicht fehlenden Kommunikation bei den Planungen für die neue Seniorenwohnanlage an der Mühlenstraße.

Wie die Sozialdemokraten in einer Mitteilung äußern, hätten die Anwohner zufällig von dem Vorhaben erfahren. „Wir verstehen die Haltung der Verwaltung überhaupt nicht“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Frank Klaß. „Hier wurden ohne Not Schwierigkeiten erzeugt, die im Vorfeld durch Gespräche hätten vermieden werden können.“ Behördliches Handeln ausschließlich nach Paragrafen auszurichten, sei nach seinen Worten unzeitgemäß. Klaß: „Bürger wollen und müssen bei wesentlichen Projekten frühzeitig eingebunden und beteiligt werden.“ Nur so könne man unnötigen Ärger vermeiden und Kompromisse finden. Zudem hätte dadurch nach Ansicht der Sozialdemokraten auch eine Planungssicherheit für den Investor hergestellt werden können.

Gespräche erst auf Betreiben der Anwohner

Im Gegensatz zu den Äußerungen in der jüngsten Ratssitzung hätten Gespräche erst auf Betreiben der Anwohner stattgefunden. Diese seien dann allerdings nicht im Sinne der Anwohner verlaufen. Wie die SPD weiter mitteilt, habe es kein Entgegenkommen gegeben.

SPD nicht gegen den Bau der Anlage

Die Sozialdemokraten stellen aber klar, dass ihre Fraktion keineswegs gegen den Bau der Seniorenwohnanlage für Menschen mit und ohne Demenz sei. „Wenn ein Investor in unserer Gemeinde investiert, dann müssen wir ihm die größtmögliche Unterstützung geben“, so Klaß. Durch die Nähe zum Hümmling-Hospital erhoffe sich die SPD auch Synergieeffekte, die für alle Beteiligten vorteilhaft seien.

Droht juristische Auseinandersetzung?

 Durch den jüngst mit den Stimmen der Mehrheitsfraktion gefassten Beschluss , den Bebauungsplan zu ändern, befürchte die SPD nun, dass das Projekt durch juristische Auseinandersetzungen verschleppt oder ganz verhindert werde. Klaß: „Wir hoffen, dass im weiteren Verlauf auf die berechtigten Anliegen der Anwohner Rücksicht genommen wird und das Vorhaben im Sinne der kranken Menschen realisiert wird.“

Investition von fünf Millionen Euro

Die Anlage soll bis Anfang 2018 fertiggestellt sein. Rund 45 Senioren sollen in dem vom Deutschen Roten Kreuz betriebenen Wohnpark betreut werden. Bauherr und Investor ist Helmut Holthaus aus Rhede. Mit dem Projekt sind nach Angaben der Beteiligten eine Investition von rund fünf Millionen Euro sowie die Schaffung von 70 Arbeitsplätzen verbunden.