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Lyrik an Hauswänden Erstes Mauergedicht in Sögel

Von Anna Kröger | 10.05.2014, 16:58 Uhr

Wie heißt es doch so schön – wenn diese Wände reden könnten. In Sögel können sie das jetzt. Auf Initiative kulturinteressierter Bürger ist das Projekt „Mauergedichte“ gestartet worden. Das erste der lyrischen Werke, die künftig verschiedene Häuserfassaden des Ortes zieren sollen, ist an der Giebelseite eines Wohnhauses an der Bergstraße 9 feierlich enthüllt worden.

Eigentümerin des Hauses ist die Ideengeberin des Projekts, Christiane Bangert. Die gebürtige Niederländerin wohnt seit 2006 in Sögel. Zuvor hatte sie mit ihrer Familie mehrere Jahre in der holländischen Stadt Leiden gelebt, die sich mit ihren 101 sogenannten „Muurgedichten“ europaweit einen Namen gemacht hat. Nach diesem Vorbild soll nun auch in Sögel nach und nach eine kleine Kunstmeile entstehen. Das an Bangerts Hauswand angebrachte Gedicht stammt aus der Feder des Songpoeten Willi Ennulat aus Lähden.

Die Auswahl der Werke hat ein Arbeitskreis getroffen, dem neben Bangert auch Irene Schmidt vom Literaturkreis Sögel, die Lehrer Hans-Gerd Poelmann und Georg Jansen, Pastor Matthias Voss und Ingrid Cloppenburg von der Gemeindeverwaltung angehören.

„Es sollten keine Kalendersprüche werden, sondern Gedichte mit Niveau, die für lange Zeit Bestand haben und immer aktuell sind“, sagt Cloppenburg. Das Ziel des Projekts erläuterte Arbeitskreismitglied Poelmann. Die Hauswandlyrik könne ihre Betrachter „anregen, anrühren, aufregen“, Stellungnahmen provozieren sowie Heimat bedeuten, auch für Menschen, die von weit her nach Sögel kommen. Deshalb werde es auch Gedichte in anderen Sprachen geben.

Sögel sei bereits durch vielfältige kulturelle Angebote über seine Grenzen hinaus bekannt. „Mit den Mauergedichten könnte ein weiterer attraktiver, überregionaler Baustein hinzukommen“, hofft Poelmann. Unterstützt wird das Projekt von den Berufsbildenden Schulen Papenburg, dem A+W Bildungszentrum Sögel und der Gemeinde.