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Leo wöchentlich zu Gast Ein Hund auf Station im Hümmling-Hospital in Sögel

Von Juliane Horn | 08.01.2015, 09:12 Uhr

„Oh, Leo ist wieder da!“ – das ist das Erste, was Angelika Mensen jeden Mittwoch hört, wenn sie wieder zu Gast in der Kurzzeitpflege im Hümmling-Hospital in Sögel ist. Als Ehrenamtliche besucht sie wöchentlich für etwa drei Stunden die Gäste auf der Station. Doch dabei steht weniger ihre eigene Person im Mittelpunkt, sondern vielmehr Therapiehund Leo.

Seit knapp zwei Jahren ist der Jack-Russell-Terrier nun schon fester Bestandteil des Wochenplans im Hümmling-Hospital. Sowohl bei den Gästen der Kurzzeitpflege als auch bei den Palliativpatienten soll Leo für Abwechslung sorgen. „Wenn ich den Hund dabei habe, komme ich viel schneller mit den Leuten ins Gespräch“, erzählt Mensen. Die meisten würden sehr positiv auf den tierischen Gast reagieren – selbst bei desorientierten oder an Demenz erkrankten Patienten. „Sobald sich der Hund auf ihren Schoß setzt, streicheln sie ihn und lächeln“, sagt die ehrenamtliche Mitarbeiterin. Viele erinnern sich dann an ihre eigenen Haustiere von früher.

Dass Leo mit älteren und schwerkranken Menschen umzugehen weiß, musste sich Hundehalterin und Palliativkoordinatorin Martina Mensen vom Hundepsychologen bestätigen lassen. Neben der Hundeschule absolvierte sie mit Leo den Kurs „Co-Therapeut auf vier Pfoten“. Dieser zeigte, dass der Jack-Russell-Terrier mit seinem ruhigen Wesen geeignet ist, mit Patienten zu arbeiten. „Wenn jemand mal zu fest angepackt, zieht sich Leo zurück, anstatt zu beißen“, erzählt Angelika Mensen von ihren Besuchen im Hospital. Und falls einer der Gäste Angst vor Hunden habe, lasse Leo diesen auch in Ruhe.

Beim wöchentlichen Hundebesuchsdienst ist Angelika Mensen mit dem Vierbeiner zunächst beim gemeinsamen Kaffeetrinken dabei. Anschließend ist sie mit Leo beim Spielen, Spazieren oder Fernsehen dabei oder besucht die Gäste auf den Zimmern. „Am schönsten ist es, wenn er zu den bettlägerigen Menschen darf“, sagt Mensen. Meist bleibt der Hund dann auf dem Bett liegen, solange er gestreichelt wird. „Leo ist wie ein Freund, der es gut mit einem meint“, sagte beispielsweise der 90-jährige Albert Radke, der sich jede Woche auf den Hundebesuchsdienst freute.

Aber auch Angelika Mensen macht diese Aufgabe Spaß – nicht zuletzt, weil sie weiß, wie wichtig eine solche Abwechslung im stationären Alltag ist. „Ich finde diesen ganzen Nachmittag sehr erfrischend“, sagt die Ehrenamtliche. Noch mehr als sie selbst freuen sich aber meistens die Tagespflege- oder Palliativgäste im Hümmling-Hospital über die Besuche. „Viele können es kaum erwarten, dass es Mittwoch ist und Leo wiederkommt.“

Der Palliativstützpunkt Sögel im Thema der Woche: Im ersten Teil erfahren Sie mehr über das Netzwerk für die palliative Versorgung. Im zweiten Teil erhalten Sie einen Einblick in den Alltag einer Fachkraft, die täglich mit schwerkranken und sterbenden Menschen zu tun hat. Außerdem erzählt eine Angehörige, wie der ambulante Palliativdienst sie und ihren Mann vor dessen Tod unterstützt hat.