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Kunstmarkt mit 90 Ausstellern „ParktArt“ am Sögeler Schloss begeistert mit Vielfalt

Von Marion Lammers | 13.08.2017, 21:19 Uhr

Mehr als 90 Aussteller aus Deutschland und den Niederlanden haben am Samstag und Sonntag während des Kunstmarktes „ParkArt“ am Schloss Clemenswerth in Sögel ihre Werke präsentiert.

Zum neunten Mal verwandelte sich das Gelände rund um das Emslandmuseum in eine riesige Freilichtgalerie und lockte mit einem bunten Programm trotz des regnerischen Wetters zahlreiche Besucher an. Mit 91 Kunstschaffenden waren in diesem Jahr 30 Aussteller mehr als im vergangenen Jahr vor Ort. Die Künstler zeigten dabei Werke aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Grafik, Keramik, Glas sowie Fotografie, Mixed Media und Medienkunst. Einige Aussteller präsentierten zudem ihre Kunsttechniken vor Ort und luden Besucher ein, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Auf 1000 Grad hochgeheizt

So zeigte Gerrit van Goor aus den Niederlanden, wie seine Keramikfiguren mithilfe der Raku-Technik entstehen. Die bereits fertig geformten Figuren aus Ton werden teilweise glasiert und den Worten des Niederländers zufolge in einem Ofen mit offener Flamme gebrannt, der in einer Stunde auf etwa 1000 Grad hochgeheizt wird. „Anschließend werden die auf einem Stein abgekühlten Figuren in eine Tonne mit brennendem Sägemehl gestellt“, erklärte van Goor. Durch das rasche Abkühlen entstünden die charakteristischen Risse, die sich durch den Rauch schwarz verfärben.

Glaspulver als Spezialität

Ein weiterer Blickfang des Kunstmarktes stellte die Glaskunst der Niederländerin Marjan Witte dar. „Meine Spezialität sind Arbeiten mit Glaspulver. Feines Glaspulver in verschiedenen Farbnuancen wird auf ein Glas gestreut und anschließend gebrannt. Dadurch verschmilzt das Pulver mit dem Glas“, beschrieb die Künstlerin die Technik des Glasfusings. Jedes Kunstwerk sei dabei ein Unikat.

Alte Hufeisen im Einsatz

Die Werke von Metallgestalter Hermann J. Rehbock aus Aschendorf waren erstmalig in Sögel zu sehen und wurden aus gebrauchten Materialien, wie altem Hufeisen, hergestellt. „Diese werden auf einem Schrottplatz gesammelt und ich kann sie dort abholen. Ich habe noch eine ganze Menge davon zuhause“, teilte der Künstler im Gespräch mit unserer Redaktion mit. Auch seine Frau Doris und Tochter Jutta wirken bei der Entstehung der Werke mit und unterstützen Rehbock. „Ohne die Mithilfe meiner Familie wäre eine Ausstellung wie hier nicht möglich.“

Feine 3D-Kunst

Die Hobbykünstlerin Elly Heck aus den Niederlanden ließ sich indes beim Anfertigen ihrer 3D-Kunst über die Schulter schauen. Zunächst schnitt sie die feinen Details aus Fotografien aus. „In mehreren Schichten klebe ich die Details mit einem Silikonkleber übereinander“, so Heck.

Interesse zeigten die Besucher auch an den Werken des Metallbildhauers Manfred Funke. Vor allem die Objekte, in denen Glas verarbeitet wurde, zogen bei Sonnenschein die Blicke auf sich. „Für einen Teil meine Werke verwende ich Recycling-Glas. Dieses fällt als Abfall bei verschiedenen Glashütten an“, erklärte Funke.

Viele Kunstinteressierte am Schloss

Auch die Werke der Malerin und Grafikerin Gerda Warning-Rippen oder die Illustrationen von Reinhard Klink luden zum Betrachten und Verweilen ein. „Ich bin sehr zufrieden mit der Resonanz der Besucher und mit dem Verlauf der Veranstaltung.“ so Klink.

Museumsleiter Oliver Fok zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden mit dem Verlauf des Kunstmarktes. „Nach dem Regen strömten die Besucher auf das Gelände. Wir hatten 91 Aussteller und ein tolles Programm. Das zog viele Kunstinteressierte an.“

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