Ein Artikel der Redaktion

Künstlerstipendiat nimmt Arbeit auf Malerische Reise am Sögeler Schloss beginnt

Von Christian Belling | 09.06.2018, 15:22 Uhr

Maler Bernhard Kock freut sich auf die kommenden zwei Monate, auch wenn er noch nicht genau weiß, wohin die Reise gehen wird. Der gebürtige Meppener wird im Rahmen eines Künstlerstipendiums die nächsten acht Wochen auf Schloss Clemenswerth in Sögel verbringen.

„Ich werde die besondere Umgebung auf mich einwirken lassen, auf den Funken warten und mir Inspirationen holen“, berichtet der 56-Jährige im Gespräch auf der barocken Schlossanlage. Gleich am ersten Tag seines Engagements in der Hümmlinggemeinde habe er bereits einen Nachtspaziergang auf Clemenswerth unternommen. „Die Eindrücke muss ich reifen lassen und spüren, wo die Reise hingeht“, so Kock.

Jury trifft eindeutige Wahl

Der in Hannover lebende freischaffende Maler wurde von der Emsländischen Landschaft für die Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim als Künstlerstipendiat 2018 ausgewählt. „Die Wahl auf ihn fiel eindeutig aus“, teilt Bernhard Jansen vom Fachdienst Kultur des Landkreises Grafschaft Bentheim mit. Kock setzte sich dabei nach seinen Worten gegen 15 weitere Bewerber durch. „Es war ein dichtes Feld bei guter Qualität, doch am Ende fiel die Wahl der Jury einstimmig auf Kock“, so Jansen. Auch Hermann Bröring, Präsident der Emsländischen Landschaft, bedachte den Maler mit Vorschusslorbeeren. „Ihre Kunst tut meinen Augen gut.“

Offene Ateliers

Laut Bröring ist das Stipendium so angelegt, dass der Künstler für jeweils zwei Monate an einem Standort in der Grafschaft Bentheim und im Emsland tätig ist. „Wir wünschen uns dabei auch offene Ateliers, bei denen Interessierte die Möglichkeit haben, dem Künstler während seiner Arbeit über die Schulter zu schauen.“ Im Atelier Sagemühle in Nordhorn, in der Kock im Frühjahr für acht Wochen arbeitete, gab es sogar zwei offene Ateliers. „Das war eine tolle Zeit, in der vielfältige Werke entstanden sind“, berichtet der Maler.

In der Gloriette am Ende des Klostergartens

Doch gelte es, sich auf Clemenswerth einzulassen. Wohnen und arbeiten wird der 56-Jährige in der Gloriette. Das sich am Ende des Klostergartens befindende Gartenhaus ist 1745 auf dem Grundriss eines Parallelogramms errichtet worden und diente Clemens August als Ort zur inneren Einkehr und Frömmigkeit. „Generell ist alles sehr romantisch hier und meine Aufgabe ist es zunächst, mich an die ganze Umgebung zu gewöhnen.“

„Meine Malerei ist nicht genau zu definieren“

Was genau in den kommenden Wochen entstehen wird, könne er noch nicht sagen. „Meine Malerei ist generell nicht genau zu definieren“, so Kock. Oft finden sich allerdings Ölfarben in seinen Werken wieder. „Auf Clemenswerth könnte ich mir auch gut vorstellen, Kabinette zu bilden.“ Am 7. September soll eine zweimonatige Ausstellung seine bisherigen Werke, aber auch die, die in Sögel entstanden sind, eröffnet werden. „Wir wollen dabei das Gesamtwerk des Künstlers mit seiner ganzen Bandbreite zeigen“, erklärt Museumsdirektor Oliver Fok. Auch in Nordhorn wird es noch eine Ausstellung geben.

Im Garten der Eltern gemalt

Freischaffender Maler ist Kock seit mehr als drei Jahrzehnten. Bereits während seiner Kindheit in Meppen fing er nach eigenen Angaben im Alter von zwölf Jahren im Garten der Eltern mit der Malerei an. Nach einem Studium etablierte sich Kock über diverse Stipendien und Ausstellungen sowohl in Deutschland als auch international.