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Kritik an AfD-Vorsitzenden Sögeler Marstall zeigt „Vogelschiss“-Äußerung den Vogel

Von PM. | 03.06.2018, 19:08 Uhr

Mit einer unmissverständlichen Geste haben am Wochenende Teilnehmer eines Seminars sowie die Führung der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth in Sögel auf die jüngste Äußerung des AfD-Bundesvorsitzenden Alexander Gauland reagiert. Dieser bezeichnete die NS-Zeit auf dem Bundeskongress des AfD-Nachwuchses „als Vogelschiss in der Geschichte.“

„Die jüngsten Äußerungen des AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland riefen bei den Teilnehmenden eines Teamwochenendes den einstimmigen Wunsch nach einer Reaktion hervor“, teilt Marstall-Leiter Christian Thien am Sonntag mit. „Wir weisen die Äußerungen von Herrn Gauland als erschreckende Verharmlosung und geschmacklose Entgleisung zurück. Die NS-Zeit als Vogelschiss in der Geschichte Deutschlands zu bezeichnen widert uns an. Dieser Einstellung zeigen wir aus ganzem Herzen und mit bestem Gewissen den Vogel“, so Thien weiter.

Für den Marstall-Leiter ist es eine „bodenlose Schrecklichkeit die Millionen Toten und Opfer dieser Zeit mit etwas zu vergleichen, das lediglich stört und wegzuwischen ist. So übernimmt man besser keine politische Verantwortung in dieser Gesellschaft.“

„Nicht sprachlos bleiben“

Die Sögeler Jugendbildungsstätte arbeite nach seinen Worten seit 70 Jahren politisch unvoreingenommen und stehe jedem Diskurs und jeder Meinung tolerant gegenüber. „Bei dieser Entgleisung allerdings wollten wir nicht sprachlos und verantwortungslos bleiben“, so der Hausleiter. Der Marstall setzt sich Thien zufolge seit Jahren auch mit seinem integrativen Schwerpunkt für Toleranz, Chancengerechtigkeit, Integration und Inklusion ein.

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