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Kommentar Zur Standortentscheidung für Bestattungswald in Sögel: Schlechter Start

Meinung – Gerd Schade | 27.10.2017, 19:33 Uhr

Das grundsätzliche politische „Ja“ zu einem Bestattungswald in der Samtgemeinde (SG) Sögel hätte einen besseren Start verdient gehabt. Ein Kommentar.

Nach jahrelanger Debatte ist der Bestattungswald für die Samtgemeinde (SG) Sögel nun endlich beschlossene Sache. Dabei hätte ein gutes Projekt wie diese alternative Bestattungsform einen besseren Start verdient gehabt.

Der war nach den kontroversen Diskussionen der vergangenen Monate allerdings nicht mehr zu erwarten. Denn leider sind sowohl Befürworter als auch Gegner des Bestattungsstandortes im Spahner Südholz immer mal wieder über das Ziel hinausgeschossen. Wie tief die Gräben zwischen den einzelnen Beteiligten sind, wurde während der sich immer weiter hochschaukelnden emotionalen Debatte vor der endgültigen Beschlussfassung im SG-Rat noch einmal deutlich. Sachargumente spielten eine untergeordnete Rolle. Stattdessen skizzierten die Streitparteien einen tiefen Riss, der nicht nur zwischen den Fraktionen von CDU und UWG im Spahnharrenstätter Gemeinderat, sondern offenbar durch den ganzen Ort geht. Das erinnert stark an ähnlich massiv verhärtete Fronten zu Zeiten der Diskussion über den geplanten Bau eines Kohlekraftwerkes in den Jahren 2007 bis 2009 in Dörpen. Dort entzweite der Streit um das Für und Wider sogar einzelne Familien.

Allerdings ist jedes Maß überschritten, wenn ehrenamtliche politische Amtsträger – gleich welcher Parteizugehörigkeit – angefeindet sowie Befürworter oder Gegner gar an der Grenze zur Körperlichkeit und darüber hinaus angegangen werden. Von gewählten Ratsvertretern darf bei allem Verständnis für Emotionalität im Streit für eine Sache grundsätzlich besonnenes Verhalten erwartet werden. Wer das nicht beherzigt, tritt die Demokratie mit Füßen.