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Kinder sprechen kein Deutsch Massive Kommunikationsprobleme an Sögeler Bernhardschule

Von PM. | 17.10.2018, 10:29 Uhr

Die zunehmende Anzahl von Kindern mit mangelnden deutschen Sprachkenntnissen stellt die Bernhardschule in Sögel vor großen Herausforderungen. Dies wurde bei einem Besuch der Sögeler CDU-Fraktion in der Grundschule deutlich.

„Die immense Anzahl von Kindern mit mangelnden deutschen Sprachkenntnissen stellt unsere Grundschule vor einer großen Herausforderung. Regelmäßig stehen neue Kinder vor der Tür. Viele Situationen erfordern einen Dolmetscher, besonders in der Nachmittagsbetreuung“, wird Schulleiterin Silvia Schmit in einer Mitteilung der CDU-Fraktion zitiert. Von den derzeit 310 Schülern sind laut Schmit mehr als 80 für die Ganztagsbetreuung angemeldet, von denen 80 Prozent rumänischer, polnischer, bulgarischer und syrischer Herkunft seien.

Probleme beginnen mit dem Mittagsessen

Die Probleme starten der Rektorin zufolge besonders mit dem Beginn des Mittagsessens ab 12.30 Uhr. Dies könne mit den mehr als 80 Kindern nicht gemeinsam stattfinden. Aufgeteilt in zwei Gruppen und in mehreren Etappen werde das Essen eingenommen. In Alleinregie würde eine Fachkraft die Essensausgabe und die Betreuung bewältigen. Hier müsste Schmit zufolge dringend eine Zweitkraft mit eingebunden werden.

Massive Kommunikationsprobleme

Bei der anschließenden Hausaufgabenbetreuung müsse man ebenfalls splitten und sei dringend auf eine deutsch und rumänisch sprechende Kraft angewiesen. Es gebe massive Kommunikationsprobleme in jeder Hinsicht, so Schmit weiter. Die Mitarbeiter im Europabüro könnten nach ihren Worten wegen der Bearbeitung der Anliegen der Werksvertragsarbeiter nicht zeitnah einen Dolmetscher schicken, und der Dolmetscher der Oberschule Sögel sei dort schon voll ausgelastet.

„Wir brauchen jetzt Hilfe“

„Meine Wunschvorstellung wäre eine Art Streetworker, der Rumänisch und Deutsch spricht, der nachmittags auch mal eine Gruppe übernehmen kann, Kontakt zu den Eltern hält, Werte vermittelt und einfach da ist, wenn es brennt“, machte die Schulleiterin deutlich. Sie merkte zudem an, dass nicht die Integration das Problem sei, da gäbe es bereits gute Unterstützung durch die Gemeinde und Vereine, sondern die hohe Anzahl der zu betreuenden Kinder mit mangelnden deutschen Sprachkenntnissen im Nachmittagsbereich. Schmit: „Wir brauchen jetzt Hilfe. Im Moment ist eine heikle Phase und wir stoßen mit unseren Kräften so langsam an unsere Grenzen.“

Bürgermeisterin Irmgard Welling signalisierte Unterstützung. „Wir werden in der Politik deutlich machen, dass hier Hilfe notwendig ist und die Fachkräfte im Nachmittagsbereich unterstützt werden sollten. Gemeinsam mit dem Landkreis werden wir nach Möglichkeiten schauen.“