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„Gottesbeziehung in Familien“ Väterprojekt der Kita St. Jakobus Sögel ausgezeichnet

Von Helmut Diers | 14.12.2015, 18:29 Uhr

Die 2002 von Professor Albert Biesinger in Tübingen gegründete staatliche Stiftung „Gottesbeziehung in Familien“ hat die Kindertagesstätte St. Jakobus Sögel mit dem ersten Preis für „Leuchtturmprojekte für religiöse Elternkompetenz in Kindertagesstätten“ ausgezeichnet. Unter 24 Bewerbern wurden neben der Einrichtung Sögel noch je eine Kita in Osnabrück, in Freiburg und in Münster mit Preisen bedacht.

Das Preisgeld in Höhe von 2000 Euro und eine Urkunde händigte Biesinger selbst der Kita-Leiterin Irmgard Welling aus. Die Tagesstätte hatte sich mit dem Leuchtturmprojekt „Väter-Erzählwerkstatt“ beworben und die Stiftungsjury sowie den Stiftungsgründer auf ganzer Linie überzeugt. Grundsätzlich, so Biesinger, wolle die Stiftung Projekte in Kitas unterstützen sowie Anregungen geben, wie religiöse Erziehung in Familien alltagstauglich gelebt werden könne.

So ein Projekt ist die seit 2009 bestehende „Väter Erzählwerkstatt“, zu der sich bis zu viermal im Kalenderjahr bis zu 40 Väter mit oder ohne Konfession treffen, um mit der Kita-Leiterin über religiöse Erziehung im christlichen Sinne zu diskutieren. „Den Preis hat die Stiftung uns verliehen, weil in der Väter-Erzählwerkstatt nicht vorrangig der Glaube herausgestellt wird, sondern christliche und soziale Themen wie Freundschaft, Angst, Dankbarkeit und Entspannung im Glauben verstärkt angesprochen werden“, erläuterte Welling. Es würden in der Werkstatt aber auch christlich-religiöse Rituale angesprochen, die im Elternhaus angewendet werden könnten. Bärbel Grote vom Seelsorgeamt des Bistums Osnabrück freute sich, dass der Preis ins Bistum Osnabrück nach Sögel gegangen sei. Pfarrer Bernd Horstmann unterstrich, dass die Väter-Erzählwerkstatt gut angenommen werde.

Biesinger war nicht allein wegen der Preisverleihung aus Tübingen nach Sögel angereist, sondern auch zu einem Festvortrag in der Mensa des Schulzentrums zum Thema „Kinder nicht um Gott betrügen“ vor Erziehern, Lehrern umliegender Kitas und Schülern der Marienhausschule Meppen. Dabei betonte der Referent, Kinder erhielten durch religiöse Erziehung die Überzeugung, im täglichen Leben eingebunden zu sein in die Liebe Gottes. Wie dies funktionieren kann, belegte er mit Beispielen aus der täglichen Praxis. Für Biesinger steht fest, dass religiöse Erziehung nicht Stress bedeute, sondern Verlangsamung im Lebensalltag. Unsere Gesellschaft könne es sich gar nicht mehr leisten, Kinder nicht religiös zu erziehen.

Allerdings forderte er unmissverständlich eine interreligiöse Erziehung ein. „Durch eine alltagstaugliche interreligiöse Erziehung bekommen Kinder Spirit fürs Leben. Kinder gebrauchen Kompetenzen, müssen wissen, was in der Religion des anderen anders, ähnlich oder groß unterschiedlich ist“. Wer es mit Kindern gut meine, der müsse vor allem die Eltern interkonfessionell begleiten und unterstützen. Das tue die Kita St. Jakobus in vorbildlicher Weise.