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Gewerkschaft: Sögeler Weg gescheitert Runder Tisch soll Probleme bei Weidemark klären

Von Mirco Moormann, Mirco Moormann | 06.06.2018, 13:56 Uhr

Im Zuge der Diskussion um die Vorwürfe gegen Dienstleister des Sögeler Schlachthofs Weidemark, Werkvertragsarbeiter trotz Krankschreibung zur Arbeit gezwungen zu haben, soll nun ein Runder Tisch für Aufklärung sorgen.

Wie Sögels Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers im Gespräch mit unserer Redaktion mitteilt, sollen am Runden Tisch Vertreter des Schlachthofs, der Gemeinde Sögel und auch des Kolping-Europabüros teilnehmen. Derzeit würden alle Beteiligten Fakten sammeln, sodass ein erstes Treffen „in absehbarer Zeit“ stattfinden kann, so Wigbers. Dann wolle man eventuelle Missstände abstellen. Wigbers: „Wir wollen die Vorwürfe geklärt wissen.“

„Sögeler Weg“ laut Gewerkschaft gescheitert

Aus Sicht der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ist der Sögeler Weg schon jetzt „restlos gescheitert“. Der Geschäftsführer der Gewerkschaft, Matthias Brümmer, teilt in einer schriftlichen Stellungnahme mit: „Immer wieder tauchen massive Schwierigkeiten bei den Subunternehmen von Weidemark auf. Trotz des Einsatzes eines von den Arbeitgebern finanzierten Beratungsbüros, eines runden Tisches und dem persönlichen Einsatz des Bürgermeisters müssen wir erkennen, dass sich fast nichts verbessert hat.“

Schon in der Vergangenheit habe die NGG den „Sögeler Weg“ abgelehnt, weil er „unserer elementaren Grundforderung, nämlich endlich Abkehr von der Methode Werkverträge zu nehmen, widerspricht.“ Wigbers stelle im „Sögeler Weg“‘ den Einsatz von Subunternehmen als unumgänglich vor. Die NGG wolle, dass die Kolleginnen und Kollegen direkt bei Weidemark eingestellt werden. Er hätte sich einen neutralen Weg gewünscht, „und nicht diese unter-den-Teppich-Kehrerei gewünscht“, so Brümmer, der einer Teilnahme am Runden Tisch eine Absage erteilt.

Gewerkschaft handelt „nicht sachlich“

Wigbers hingegen wirft der NGG vor, „nicht sachlich, sondern ideologisch“ zu handeln. „Das passt zur Polemik der NGG“, so Wigbers weiter. „Es gibt kaum einen Schlachthof in Niedersachsen, auf dem so viele Beteiligte sich um die Belange der Arbeitnehmer kümmern wie in Sögel“, sagt der Verwaltungschef.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Vorarbeiter in Unterkünften der Arbeiter gekommen sein sollen und die Mitarbeiter zur Arbeit gezwungen haben. Zudem sollen Gehälter nicht ausgezahlt worden sein. Die Tönnies Lebensmittel GmbH, dessen Tochter Weidemark ist, hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Vom Kolping-Europabüro und dem DGB-Projekt „Faire Mobilität“ wurde jedoch bestätigt, dass es Probleme mit Subunternehmerfirmen gegeben haben soll.