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Nach zwei Jahren Bauzeit Gemeinde Hüven hat ihr Mehrgenerationenhaus eingeweiht

Von Hermann-Josef Döbber | 16.09.2019, 08:17 Uhr

Der gestrige Sonntag, 15. September 2019, war für die Hümmlinggemeinde Hüven ein besonderer Tag: Nach einer zweijährigen Bauphase ist das neue Mehrgenerationenhaus eingeweiht worden. Gemeinde, Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat hatten zu dem Festtag eingeladen.

In der Nähe des Hauses, in dem bis vor sieben Jahren die Grundschule untergebracht war, feierte Pfarrer Bernhard Horstmann mit über 180 Gläubigen einen Open-Air-Festgottesdienst. Diesen begleitete der Musikverein Hüven unter der Leitung von Anja Mimjähner musikalisch.

Nach dem Eingangslied „Lobet den Herren“ ging der Seelsorger auf den Bau ein und sagte, dass dieser für ein Dorf mit 560 Einwohnern so geplant sei, „dass man darin gut beten und feiern kann.“ Hüven habe, so der Seelsorger mit einem Hinweis auch auf das Jubiläumsschützenfest, 2019 einen guten Lauf gehabt. „Das macht ihr gut, jeder auf seine Weise.“

Gemeinde musste vor sieben Jahren der Wahrheit ins Auge blicken

Hüvens Bürgermeisterin Simone Borgmann erinnerte daran, dass man sich vor sieben Jahren mit der Schulsituation auseinandersetzte. „Wir mussten der Wahrheit ins Auge zu blicken.“ In Hüven seien zu wenig Kinder geboren worden, um den Schulstandort zu erhalten. „Heute wissen wir, dass wir eine erstklassige Grundschule Süd-Hümmling und inzwischen wirklich tolle Kindergärten in Stavern und Groß Berßen haben.“

Die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde hätten eigene Projekte zurückgestellt, damit für den Umbau der Schule zu einem Mehrgenerationrenhaus Fördermittel beantragt werden konnten, lobte sie. Unermüdlich im Einsatz gewesen sind Borgmann zufolge unter anderem der Kirchenvorstand und die örtliche Landjugend. Im Ort habe es eine breite Zustimmung für das Bauvorhaben gegeben.

Lob ehrenamtliche Helfer

„Dabei haben alle Beteiligten stets das Ziel einer richtigen Dorfmitte im Auge gehabt.“ Gelobt wurde von Borgmann auch der ehrenamtliche Einsatz weiterer Helfer. „Solch ein Projekt lebt vom Mitmachen. Daher meine Bitte: Füllt das Haus mit Leben, nehmt die Angebote wahr, macht Vorschläge, bringt Ideen und lebt Gemeinschaft in diesem schönen, neuen Gebäude.“

Thomas Plogmann als Vertreter des Bistums bat die Hüvener, die Räume inhaltlich in Beschlag zu nehmen. Sögels Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers betonte, dass die Aufgabe der Schule die schwierigste Entscheidung in den politischen Gremien in den letzten Jahren gewesen sei. „Dann haben wir unser Versprechen gehalten, die Hüvener bei ihrem Vorhaben zu unterstützten. Laut Gitta Connemann „steht das Haus auf dem bestem Fundament, dem Fundament des Menschen.“

Umbau begann im Jahr 2017

Der Umbau war im Sommer 2017 mit der Entkernung des Gebäudes gestartet worden. Dabei entstanden auf rund 200 Quadratmetern zusätzliche Räume, während bestehende Zimmer umgestaltet wurden. Auch außen nahe des Gebäudes wurde gearbeitet. Es entstanden in einer 72-Stunden-Aktion der Katholischen Landjugend ein überdachter Fahrradraum und es sind Pflasterungsarbeiten für die Anlegung von Parkplätzen durchgeführt worden.

Die Gebäudefassade blieb bestehen. Sie ist ortstypisch und passt in das Gesamtbild. Das Bauwerk wertet die Ortsmitte deutlich auf und steht in der Nähe zum Dorfgemeinschaftshaus und der Pfarrkirche St. Bonifatius. Eigentümerin bleibt auch nach dem Umbau die Gemeinde Hüven.

Die Räume stehen seit kurzem der Gemeinde als Gemeindebüro als auch örtlichen Gruppen und der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius Hüven offen. Auch das Pfarrbüro ist hier eingezogen. Dieses war während des Umbaus im Schützenhaus untergebracht.

Treffpunkt für junge Leute und Senioren

Das Haus soll ein Treffpunkt für junge Leute und Senioren sein. Auch die Mutter-Kind-Gruppe hat hier inzwischen ein Zuhause, wie auch das regelmäßige stattfindende Seniorenfrühstück. Das Obergeschoss der umgestalteten alten Schule dient nun als Lagerfläche.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf mehr als 300.000 Euro. Zwei Drittel wurden mit Mitteln aus dem Förderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ finanziert. Das restliche Drittel steuerte die Kirchengemeinde bei.

Im Samtgemeinderat Sögel ist das Projekt bevorzugt behandelt worden, weil die Gemeinde Hüven die Grundschule und die Kindertagesstätte schließen musste. Beide Einrichtungen wurden nach Groß Berßen und Stavern verlegt.

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