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Emsländischer Heimatbund Hermann May stellt neues Plattdeutschbuch in Sögel vor

Von Maike Plaggenborg, Maike Plaggenborg | 21.05.2016, 19:45 Uhr

Der gebürtige Werlter Hermann May hat sein neues Buch „Hüügen un Haefst“ mit lyrischen Texten und Kurzprosa in Hümmlinger Platt in Sögel vorgestellt. Herausgeber ist der Emsländische Heimatbund.

„Der May ist gekommen und seine Frau auch“, begrüßte Heiner Reinert vom Vorstand des Heimatvereins Twist den in Meppen lebenden Bauchautor Hermann May, der jahreszeitenabweichend sein Buch „Hüügen un Haefst“ - Sehnsucht und Herbst - vorstellte. Um die Gedichte Mays verstehen zu können, erfordert es Konzentration. Bei längeren Prosatexten dagegen ist das anders und der Sinn der Geschichte leicht verständlich. „Gedicht ist dabei wörtlich zu nehmen“, erklärt May nach seiner Lesung dazu und meint, dass diese Textform eben dichter sei. Worum es inhaltlich gehe, erschließe sich im Gedicht nicht aus den übrigen, verständlichen Wörtern, weil sie in den kurzen Zeilen kaum auftauchen. „Man muss sich durchbeißen“, sagt May, der in den Texten stets versucht, originale Ausdrücke zu finden. Das aber gehe nicht immer. „Aquarell heißt Aquarell und Blues bleibt Blues“. Und man muss die Sprache hören. „Plattdeutsch leise lesen geht nicht“. Er selbst lese es immer laut.

May findet Wörter, die schon fast vergessen sind

Reinert formuliert die Herausforderung des Buches so: „Die Texte wollen erobert werden.“ Man könne nicht einfach über sie hinweg lesen. Vielfach traue man das Lyrische dem Plattdeutschen nicht zu, so Reinert. Es gelte oft als Umgangssprache, die Texte Mays aber „gehören nicht zu dem Schenkelschlagen-Humor“. Hier sei ein „Wortsetzer“ an der Arbeit. May finde Wörter, die schon fast vergessen seien und verwende im neuen Buch unter anderem die japanische Gedichtform Haiku.

Boom bei plattdeutschen Büchern und Heften

Aktuell gibt es Reinert zufolge einen kleinen Boom für Bücher und Hefte in Plattdeutsch für Erwachsene und Kinder. Er meint, dass plattdeutsche Texte Mays Pflichtlektüre in emsländischen Schulen sein sollen. „Es wäre sicher schön, die Schüler darüber brüten zu sehen.“ Dafür erntete er Zustimmung von Hans Albers, Geschäftsführer des Heimatvereins Aschendorf-Hümmling.

Buch ab sofort erhältlilch

Das rund 150 Seiten starke Buch mit Federzeichnungen von Maria May, der Tochter des Autors und Oberstudienrates an den Berufsbildenden Schulen in Meppen, ist ab sofort im Buchhandel erhältlich und kostet zehn Euro. Es kann außerdem bei Lesungen und in der Bibliothek des Emsländischen Heimatbundes sowie im Museumsshop in Sögel erworben werden. Das Buch erscheint in einer Auflage von 1000 Stück. Einige Exemplare hat der Autor bei der Vorstellung bereits handsigniert.