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Diskussion im SG-Ausschuss Feuerwehr Spahnharrenstätte will Stützpunktwehr werden

Von Christian Belling | 19.06.2018, 09:45 Uhr

Der Antrag der Ortsfeuerwehr Spahnharrenstätte, der eine Höherstufung des bisherigen Status als Feuerwehr mit Grundausstattung zur Stützpunktfeuerwehr beinhaltet, ist im Finanz- und Feuerwehrausschuss der Samtgemeinde (SG) Sögel intensiv diskutiert worden. Eine Entscheidung hat es gleichwohl noch nicht gegeben.

Rund eine Stunde beschäftigte sich der Ausschuss auf seiner jüngsten Sitzung sachlich und intensiv mit dem Antrag. „Bei dem Thema macht es Sinn, die Gliederung des Feuerwehrwesens im gesamten Emsland zu betrachten“, führte SG-Bürgermeister Günter Wigbers in die Diskussion ein. Im Bereich der Feuerwehr sei das Emsland in die Abschnitte /Nord“, „Mitte“ und „Süd“ unterteilt. In jedem der Abschnitte gebe es eine Unterteilung in die Feuerwehrarten „Schwerpunktfeuerwehr“, „Stützpunktfeuerwehr“ und „Grundausstattungsfeuerwehr“.

Gleichbehandlung der Wehren

„Schwerpunktfeuerwehren“ im nördlichen Emsland gibt es laut Wigbers in Papenburg, Dörpen, Sögel und Werlte. In der SG Sögel kommen noch die „Stützpunktfeuerwehren“ in Börger und Klein Berßen sowie die „Grundausstattungsfeuerwehren“ in Werpeloh und Spahnharrenstätte hinzu. „Damit sind wir sowohl personell wie auch materiell gut ausgestattet“, so Wigbers.

Den Antrag der Spahnharrenstätter Wehr gelte es nach seinen Worten sorgfältig zu prüfen. „Das gebietet allein der Respekt vor dem hohen Maß an ehrenamtlicher Arbeit. Doch wir müssen auch die Gleichbehandlung aller Wehren im Blick behalten“, merkte Wigbers an.

Art und Umfang der Einsätze verändert

Ihren Antrag, der von der Führung der Kreisfeuerwehr unterstützt wird, begründen die Kameraden aus Spahnharrenstätte damit, dass sich die örtlichen Verhältnisse in der Hümmlinggemeinde sowie die Art und der Umfang der zu leistenden Einsätze in den vergangenen Jahren deutlich verändert hätten. Durch den Einsatz der Kameraden sei dabei das Material stets auf den aktuellen Stand der Technik gebracht worden. Wie aus dem Antrag weiter hervorgeht, erfülle die Feuerwehr Spahnharrenstätte bereit seit 2004 „sämtliche technische, personelle und infrastrukturelle Anforderungen, die an eine Stützpunktfeuerwehr gestellt werden.“

Dem SG-Bürgermeister zufolge stellt die Spahnharrenstätter Wehr einen Sonderfall dar. „Im Zuge der Auflösung des Munitionsdepots in Lorup wurde 2004 die günstige Gelegenheit genutzt, ein Tanklöschfahrzeug anzuschaffen, was nicht zur Grundausstattung gehört.“ Seit diesem Zeitpunkt übernimmt die SG auch die Unterhaltungskosten für Material und Gerät. Laut Wigbers müsse bei der Entscheidungsfindung auch berücksichtigt werden, was im Feuerwehrwesen auf SG-Ebene noch auf der Agenda stehe. „Der Blick auf den langfristigen Beschaffungsplan macht deutlich, dass die Samtgemeinde noch viel Geld in die Hand nehmen muss.“

500.000 Euro bei Anerkennung

Im Falle der Anerkennung der Freiwilligen Feuerwehr Spahnharrenstätte als Stützpunktfeuerwehr ergeben sich laut Vorlage der Verwaltung neben höheren laufenden Unterhaltungskosten voraussichtlich zusätzliche Investitionskosten in Höhe von rund 500.000 Euro für die Fahrzeugausstattung sowie bisher nicht kalkulierte Kosten für eine gegebenenfalls notwendige Erweiterung des Feuerwehrhauses in Spahnharrenstätte.

Wigbers lenkte den Blick zudem auf die Anzahl der Einsätze der Spahnharrenstätter Wehr, die im Schnitt bei etwa 25 im Jahr liegen und stetig zurückgehen würden. „Die Fahrzeuge sind aufgrund der geringen Auslastung wenig unterwegs.“ Er stellte die Fragen in den Raum, ob die hohe Ausstattung gegenüber dem Einsatzgeschehen gerechtfertigt sei und ob überhaupt die Notwendigkeit einer Höherstufung zur Stützpunktfeuerwehr vorliege.

Gespräch mit Praktikern suchen

Der SG-Bürgermeister schlug vor, den Sachverhalt mit den Spitzen der anderen Wehren im nördlichen Emsland sowie dem Kreisbrandmeister zu erörtern, bevor eine Entscheidung über den Antrag gefällt werde. „Wir müssen mit denen reden, die in der Praxis tätig sind“, so Wigbers. Hermann Meyer von der UWG-Fraktion sprach sich dafür aus, einen Feuerwehr-Bedarfsplan zu erstellen. „Ein solcher Plan liefert zuverlässiges Datenmaterial.“ Auch Johannes Müller von der SPD-Fraktion empfahl die Erstellung eines solchen Plans. „Gerade weil wir uns mit der Beurteilung des Antrages der Spahnharrenstätter Wehr schwertun, macht eine Bedarfsermittlung Sinn.“ Laut Wigbers soll eine mögliche Notwendigkeit eines Bedarfsplans ebenfalls Bestandteil des Gesprächs mit der hiesigen Feuerwehrspitze sein. Der Austausch soll nach der politischen Sommerpause erfolgen.