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Kunstprojekt im Rahmen von „Grenzkultur“ „Clemenswerther Flüsterer“ zeigen die Verbindung von Mensch und Tier

Von Lambert Brand | 04.09.2019, 09:41 Uhr

Wenn die Besucher von Schloss Clemenswerth vom Parkplatz zur Schlossanlage gehen, begegnen ihnen ab sofort drei neue Installationen in transparentem Material mit mannshohen Darstellungen von Pferd, Jagdhund und Falke. Sie sind als Teil des Projektes „Grenzkultur“ von der niederländischen Künstlerin Loes Heebink entworfen worden.

Bei einem Pressegesprächs mit der Künstlerin sowie dem Präsidenten der Emsländischen Landschaft Hermann Bröring und dem Projektleiter Sebastian Traunmüller wurde betont, dass die Kunstinstallationen mit dem Titel „Clemenswerther Flüsterer“ besonders gut in diesen Monat passen. Der September sei auf Clemenswerth der Jagd gewidmet: Vom Falknertag (wir berichteten) bis zur Hubertusmesse mit Schleppjagd gibt es verschiedene Veranstaltungen.

Die Emsländische Landschaft sei froh, mit Loes Heebink eine Künstlerin gefunden zu haben, die sich nicht nur zum wiederholten Male in einer zeitgenössischen Kunstvision mit dem Thema Jagd befasse. Sie habe als Inhaberin eines Jagdscheins auch einen besonderen Blick auf das enge Zusammenspiel von Mensch und Tier bei der Jagd, betonten Bröring und Traunmüller.

„Was mich an der Jagd fasziniert, ist die Verbindung des Menschen über die Tiere zur Natur“, sagte Heebink. Alle drei dargestellten Tiere seien dem Jäger nützlich, um dort zu helfen, wo der Mensch mit seinen Fähigkeiten nicht weiterkomme: Das Pferd erhöhe das Tempo des Vorankommens und laufe ausdauernd, der Hund bringe gutes Gehör und die gute Nase mit ein, der Falke könne die Beute aus der Vogelperspektive und mit scharfem Blick ins Visier nehmen, hieß es in der Erklärung durch die niederländische Künstlerin.

Wenn man genau hinschaue und höre, was das Verhalten der Tiere aussage, könne der Mensch auch viel über sich selbst lernen und erfahren, wie die Natur funktioniere. Umgekehrt könnten die geschärften Sinne der Tiere dem Menschen dabei helfen, Nahrung aus der Natur zu ernten, oder gar vor Naturkatastrophen oder Signalerkrankungen warnen. Die Tierformen werden ergänzt durch Geräusche, die eine dazugehörige Soundinstallation erzeugt.

Die „Clemenswerther Flüsterer“ gehören zum Projekt „Grenzkultur“. Unter der Leadpartnerschaft der Emsländischen Landschaft werden in „Grenzkultur“ nach eigenen Angaben Themen des kulturellen Erbes auf unterschiedliche Arten modern umgesetzt und so ins 21. Jahrhundert transportiert. Partner sind neben der Provinz Drenthe auch das Emslandmuseum Lingen und Kunst en Cultuur Assen. Gefördert wird das Projekt mit INTERREG-Mitteln der EU. Die Soundinstallation wurde zusätzlich gefördert durch MediaArt Friesland.

Hermann Bröring ergänzte, dass Denkmalschützer durchaus begeistert seien, wenn altes Kulturgut wie die Schlossanlage wie in diesem Fall thematisch passend durch Modernes ergänzt werde. Hier habe sich die Einstellung in der letzten Zeit geändert. Vielleicht sei es ja möglich, die Installationen auf Dauer auf Clemenswerth zu belassen. Auch der Hirsch habe den Weg zurück nach Clemenswerth gefunden.

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