Vertrag unterzeichnet Neue Kirchenorgel für Sögel kommt aus England

Von Marina Heller


helm Sögel. Die Pfarrkirche der katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus erhält 2020 eine neue Orgel. Pfarrer Bernhard Horstmann, Diözesankirchenmusikdirektor und Orgelsachverständiger Martin Tigges sowie Orgelbauer Oliver Schulte unterzeichneten nun den Vertrag.

„Solch ein historisches Ereignis erlebt ein Pfarrer in seiner Laufbahn nur einmal“, sagt Horstmann, der im Juni sein silbernes Priesterjubiläum feierte.. Die neue Orgel ist ein Bestandteil der Kirchensanierung, die ein Investitionsvolumen von 1,2 Millionen Euro hat. Bereits in diesem Jahr begann die Sanierung mit der Erneuerung des Kirchturms, 2019 folgt die Innenrenovierung und 2020 beginnt das Unternehmen Orgelbau Schulte aus dem Bergischen Land mit dem Einbau der neuen Orgel. Die Kosten für das Orgelprojekt belaufen sich auf 275.000 Euro.

Im Herbst 2016 hatte sich eine Expertengruppe der Kirchengemeinde auf den Weg nach Manchester (England) gemacht, um dort Orgeln zu begutachten. „In einer Kirche, die Ende 2016 abgerissen wurde, fanden wir schließlich adäquates Orgelmaterial, das zu Sögel passt“, berichtet Horstmann. Im April begann für Schulte und sein Team die Arbeit: „Wir haben die 2500 Pfeifen der Orgel fachgerecht auseinandergebaut, verpackt und mit einer Spedition sicher nach Deutschland überführt“, erklärt Schulte. Diese Pfeifen gilt es nun, zu reinigen und restaurieren, bis sie 2020 in das ursprüngliche Gehäuse der Sögeler Orgel eingebaut werden. „Uns ist es sehr wichtig, das äußere Erscheinungsbild der Orgel zu erhalten“, betont Regionalkantorin Frauke Sparfeldt. Ton- und Registertraktur inklusive eines neuen Spieltisches werden nach heutigen Maßstäben neu gefertigt.

Tigges berichtete, dass der englische Orgelmarkt technisch gut ausgestattet sei. „Die wichtigste Eigenschaft einer Orgel ist ihre Klangfarbe, die zur menschlichen Stimme passen soll.“

Die neue Orgel für Sögel stammt aus dem Jahr 1886. Sie ist laut Tigges in einem verblüffend guten Zustand und äußerst gepflegt. Der Unterschied zur jetzigen Orgel bestehe darin, dass das englische Instrument einen weicheren und vokalen Klang habe.

Die aktuelle Orgel der St.-Jakobus-Kirche stammt aus dem Jahr 1961 und ist damit deutlich jünger als das Instrument aus Manchester. „Leider weist das jetzige Gerät materialtechnische Mängel und eine störungsanfällige Elektronik auf“, erklärt Schulte. Dies läge daran, dass die Orgel aus der Nachkriegszeit stamme. Damals hätten die Menschen viel experimentiert und arbeiteten zum Beispiel mit Pattex, nicht ahnend, dass dieser Kleber sich Jahre später wieder auflösen würde. Das englische Material sei trotz seines Alters stabiler und dauerhafter. Die Restauration und das Einbauen einer neuen Mechanik wird voraussichtlich ein halbes Jahr andauern. Die Kirchengemeinde plant bereits einen Besuch mit der Gemeinde beim Orgelrestaurator im kommenden Jahr.


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