Gewerkschafter bei Weidemark Werksvertragsarbeiter in Sögel über Mindestlohn informiert

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Sögel. Über die Verhandlung eines neues Mindestlohns in der Fleischbranche haben am Dienstag Vertreter der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) die am Schlachthof Weidemark in Sögel beschäftigten Werkvertragsarbeiter informiert.

Dabei händigten Gewerkschaftssekretär Christian Wechselbaum gemeinsam mit seinen Kollegen Szabolcs Sepsi, Piotr Mazurek und Raluca Gheorghe pünktlich zum Schichtwechsel am Mittag den zum Dienst antretenden wie das Weidemark-Gelände verlassenden Arbeitern entsprechende Flyer aus und suchten an der Einfahrt zum Betriebsgelände das Gespräch. „Meine Kollegen sind der rumänischen, polnischen und ungarischen Sprache mächtig. Das erleichtert die Kontaktaufnahme natürlich immens“, teilte Wechselbaum im Gespräch mit unserer Redaktion mit. Viele der vornehmlich osteuropäischen Werkvertragsarbeiter zeigten sich auch interessiert und blieben eine Zeit lang stehen. „Die Arbeiter hier in Sögel trauen sich schon, mit uns zu reden. Das ist in anderen Orten ganz anders“, so der Gewerkschaftssekretär.

Angst vor Job- und Wohnungsverlust

Häufig müsse nach seinen Worten aber Falschwissen und ein falsches Verständnis von der Arbeit einer Gewerkschaft ausgeräumt werden. Hinzu kommen Wechselbaum zufolge Ängste bei den Arbeitern vor Job- und Wohnungsverlust. „Subunternehmen stellen die Werkvertragsarbeiter ein und regeln auch die Unterkunft. Von daher ist ein Jobverlust gleichbedeutend mit der Obdachlosigkeit.“

Kontaktaufnahmen nehmen zu

In diesem Jahr habe die NGG eine zunehmende Kontaktaufnahme von Werkvertragsarbeitern aus Sögel vernommen. Laut Wechselbaum hängt dies eng mit der Insolvenz des Subunternehmens Manzat im Sommer zusammen. „Wir hätten uns natürlich gewünscht, wenn die betroffenen Arbeiter im Zuge der Insolvenz direkt bei Weidemark angestellt worden wären. Stattdessen würden sie aber von neuen Dienstleistern übernommen“, kritisiert der Gewerkschaftssekretär. Das Geschäftsmodell mit vorgeschalteten Subunternehmen sieht er indes so langsam auslaufen. „Immer mehr Firmen stellen direkt ein und übernehmen Verantwortung.“

Lohnanhebung von 8,75 auf 9,20 Euro in der Stunde

In den aktuellen Verhandlungen über den Mindestlohn in der Fleischbranche fordert die NGG in einem ersten Schritt eine Anhebung des Stundenlohns von 8,75 auf 9,20 Euro. Danach soll der Mindestlohn nach Vorstellung der Gewerkschaft jedes Jahr um weitere 50 Cent pro Stunde steigen. Das Angebot der Arbeitgeber liegt der NGG zufolge bei einem Verdienst von 8,90 Euro in der Stunde.

Weiterlesen: Streit um Lage der Werkvertragsarbeiter in Sögel


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