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11.10.2017, 17:57 Uhr KOMMENTAR

Apothekenversorgung auf dem Land im Blick behalten

Kommentar von Christian Belling

Eine Rezeptsammelstelle wurde eingerichtet, die von Apotheken aus Sögel geleert wird. Im Anschluss bekommen die Börgeraner die Medikamente nach Hause geliefert. Foto: Mirco MoormannEine Rezeptsammelstelle wurde eingerichtet, die von Apotheken aus Sögel geleert wird. Im Anschluss bekommen die Börgeraner die Medikamente nach Hause geliefert. Foto: Mirco Moormann

Börger. In Börger hat vor sechs Wochen eine Apotheke geschlossen. Die Suche nach einem Nachfolger ist schwierig. Noch ist die Versorgung auf dem Land sichergestellt. Doch unser Kommentator rät zur Wachsamkeit.

Und wieder eine weniger. Auch wenn die Verantwortlichen in Börger hoffen, einen Nachfolger für die vor sechs Wochen geschlossene Apotheke zu finden, steht in den Sternen, ob die Hümmlinggemeinde überhaupt wieder eine Versorgung bekommt.

Zu wenig attraktiv scheint für Pharmaziestudenten eine Ansiedlung auf dem Land. Auch drängen ausländische Versandapotheken, die seit einem Jahr nicht mehr an die deutsche Preisbindung für rezeptpflichtige Medikamente gebunden sind, auf den Markt. Unter diesen Voraussetzungen einen Nachfolger zu finden, ist schwer.

Dennoch kann von einem Apothekensterben in der Region nicht die Rede sein. Die Apothekenzahl sank im Emsland von 84 im Jahr 2009 auf 81 im vergangenen Jahr. Obwohl die Lücken mehr werden, ist die Versorgung noch nicht gefährdet.

Doch weitere Schließungen drohen. Nach Angaben der niedersächsischen Apothekenkammer steht ein Viertel der Apotheken im Land wirtschaftlich am Rande. Wenn die Zahl der Apotheken weiter abnimmt, wird es schwierig, Notdienste zu besetzen. Apotheker als beliebige Händler zu betrachten ist falsch, der Auftrag beinhaltet weitaus mehr.


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