Lärm und Staub befürchtet 100 Unterschriften gegen neuen Verladebahnhof in Sögel

Kritik am geplanten Standort des neuen Verladebahnhofes in Sögel üben die FDP-Politiker Franz-Josef Bruns und Marion Terhalle. Foto: Christian BellingKritik am geplanten Standort des neuen Verladebahnhofes in Sögel üben die FDP-Politiker Franz-Josef Bruns und Marion Terhalle. Foto: Christian Belling

Sögel. Im Sögeler Süden regt sich Widerstand gegen den Standort des neuen Verladebahnhofes. Rund 100 Anwohner aus den Bereichen „Bocksfelde“, „Eistener Kirchweg“ sowie dem neuen Baugebiet „Südlich Schlosspark“ haben sich in eine Unterschriftenliste eingetragen.

Wie FDP-Ratsherr Franz-Josef Bruns vor Ort unserer Redaktion mitteilt, ist die ablehnende Haltung mit befürchtetem Lärm und Staub begründet. Für ihn nachvollziehbar. „Es entsteht in Nähe zur Wohnbebauung eine Industriefläche mit den entsprechenden Immissionen. Ein Gutachten der Straßenbaubehörde bestätigt dies.“ Nach seinen Worten ist das Genehmigungsverfahren aktuell in vollem Gange. „Wir haben die Unterschriftenliste bei der Behörde eingereicht, jetzt müssen wir abwarten.“

„Welches Sögeler Unternehmen soll davon profitieren?“

Für Bruns ist die Entscheidung für den Standort nicht nachvollziehbar. „Da ist doch Ärger vorprogrammiert, wenn Industrie in die Nähe von Wohnbebauung kommt.“ Zudem sieht der FDP-Politiker gar nicht die Notwendigkeit für den Verladebahnhof. „Ein Ladegleis macht an dieser Stelle keinen Sinn. Welches Sögeler Unternehmen soll davon profitieren?“

Alternative Standortvorschläge habe Bruns nach eigener Aussage der Verwaltung bereits vorgebracht. „Die Bereiche Waldhöfe oder Jägerhof in Richtung Lathen wären besser geeignet.“ Er kritisiert, dass diese Alternativen nicht wirklich geprüft worden seien.

Standortwahl „schlüssig begründen“

Die FDP-Landtagskandidatin Marion Terhalle fordert, die Bedenken der Anwohner ernst zu nehmen. „Wir sind nicht generell gegen den Verladebahnhof. Nur muss die Standortauswahl transparent dargestellt und schlüssig begründet werden.“ Die rund 100 Unterschriften sind nach ihren Worten ein „deutliches Zeichen“.

Kritik am geplanten Standort äußerte bereits im Frühjahr auch die Sögeler SPD. Die Sozialdemokraten bemängelten ebenfalls die Nähe zur Wohnbebauung. Der Ortsverein schlug seinerseits vor, Überlegungen für einen alternativen Standort der Verladestation anzustellen. Genannt wurde dabei ebenfalls der Ausbau des vorhandenen Areals in Waldhöfe.

Alternativen geprüft, aber verworfen

Gemeindedirektor Günter Wigbers stellte bereits im Frühjahr auf Anfrage unserer Redaktion klar, dass die Pläne, an dieser Stelle einen Güterverladebahnhof zu bauen, nicht von der Gemeindeverwaltung, sondern von der Emsländischen Eisenbahn GmbH stammen. „Diese Pläne finden die klare mehrheitliche Unterstützung des emsländischen Kreistages, des Samtgemeinderates sowie des Gemeinderates Sögel.“ Andere Alternativstandorte für einen neuen Verladebahnhof sind laut Wigbers geprüft, aber verworfen worden.

Für die Bedenken der Anwohner zeigt er Verständnis. Wigbers: „Das Projekt ist deshalb emissionsrechtlich unter allen Aspekten von externen Fachgutachtern sorgfältig geprüft worden. Die ohnehin sehr strengen Grenzwerte aber werden deutlich eingehalten.“ Lauter sei es in dem Bereich eher durch die ohnehin vorhandene Umgehungsstraße.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN