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Erste Kommune in Niedersachsen Sögeler Rathaus nun permanent online geöffnet

Der Stapel Papier mit 1500 Blättern, der täglich das Rathaus erreicht, soll reduziert werden. Die neuen Möglichkeiten, online ins Rathaus zu gelangen, stellten Vitali Wirch (v.l.), Günter Wigbers, Philip Grote, Jan Robbers, Ralf Hörnschemeyer und Bernd Landgraf vor. Foto: Maike PlaggenborgDer Stapel Papier mit 1500 Blättern, der täglich das Rathaus erreicht, soll reduziert werden. Die neuen Möglichkeiten, online ins Rathaus zu gelangen, stellten Vitali Wirch (v.l.), Günter Wigbers, Philip Grote, Jan Robbers, Ralf Hörnschemeyer und Bernd Landgraf vor. Foto: Maike Plaggenborg

Sögel. Bürger und Unternehmen der Samtgemeinde Sögel haben über einen personalisierten Online-Zugang ab sofort ständigen Zugriff auf einige Dienstleistungen der Verwaltung. Sie gilt als erste echte E-Government-Kommune, sagte Günter Wigbers (CDU), Bürgermeister der Samtgemeinde (SG) Sögel.

So lasse sich beispielsweise am Samstagabend vom Sofa aus eine Geburtsurkunde beantragen oder eine Meldebescheinigung ordern, wie Günter Wigbers (CDU), Bürgermeister der Samtgemeinde (SG) Sögel, erklärte. Auf dem herkömmlichen Weg müssten Rechnungen für die Gebühren verschickt werden, eine Rechnungskopie müsse an die Finanzabteilung weitergeleitet werden, die den Geldeingang beobachte. Dann werde die Urkunde selbst ebenfalls auf postalischem Weg verschickt. „Das ist anachronistisch“, sagte Wigbers. Als deutlich zeitgemäßer beschreibt er das neue E-Government der SG, das helfen könnte, den durchschnittlichen Ein- und Ausgang von jeweils 1500 Seiten Papier täglich zu verringern. Außerdem würde das Personal entlastet, das Wigbers zufolge aber auch nicht überlastet sei. Es werde effektiver. Der eigentliche Sinn aber sei, dass es für den Bürger einfacher werde.

Nutzungskonto im Rathaus erstellen

Um die Dienstleistungen der Verwaltung online zu nutzen, müssen diese sich einmalig persönlich im Rathaus melden. Dort wird ein Account errichtet und die Identität des Antragstellers via Personalausweis verifiziert. Nutzer bekommen die Zugangsdaten, mit denen sich der ein oder andere Behördengang ersparen lässt. „Im Netz können Sie sich mit fiktiven Identitäten bewegen“, sagt Bernd Landgraf, Geschäftsführer der Firma Itebo, die das System für Kommunen im Nordwesten Niedersachsens einrichtet. Im digitalen Rathaus gehe das nicht. Der Antrag für Dokumente und Bescheinigungen könne nun wie in einem Online-Shop geordert und auch elektronisch bezahlt werden mit dem Lastschriftverfahren, per Kreditkarte und gängigen Bezahldiensten. Die entsprechenden Daten werden hinterlegt. Wie der EDV-Abteilungsleiter Vitali Wirch erklärt, ist außerdem eine verschlüsselte Kommunikation in Echtzeit mit dem Personal über eine Nachrichtenfunktion möglich. „Es ist nicht die Revolution“, so Landgraf. „Die Kunst ist, dass es selbstverständlich ist“ – eben wie bei einem Kauf im Internet und mit denselben Risiken. „Es gibt niemals eine absolute Sicherheit“, sagt der Itebo-Geschäftsführer, trotz moderner Sicherheitsstandards. „Die größte Schwachstelle ist der Nutzer.“ Das Passwort solle demnach nicht zu simpel sein und die Software wie auch der Virenschutz auf dem aktuellsten Stand.

Weitere Kommunen im Land sollen folgen

Das in Sögel nun vorgestellte Projekt sei ein nun abgeschlossenes Pilotprojekt gewesen, dem weitere Kommunen im Land folgen werden, so Landgraf weiter. Fast das gesamte Einwohnermelde- und Standesamtswesen wird abgedeckt: Aufenthalts- und Meldebescheinigungen, Melderegisterauskünfte, Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden oder das An-, Um- und Abmelden von Gewerbebetrieben. Ab Ende Oktober solle das sogenannte „Open Rathaus“ auch für das Steuerwesen freigegeben werden, wie Wigbers sagte. Die SG hat nach seinen Angaben einen „Sponsorpreis“ von 20000 Euro für die digitale Behörde investiert, die über soegel.de erreichbar ist. Dort und unter Telefon 05952/2060 sind weitere Informationen erhältlich.


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